E-Mail vom 01.02.2006, 02:13 Uhr, an info@figu.org               Veröffentlichung am 23.09.2006

 

 

Von Werner Grundmann                                                    Berlin, den 31.01./01.02.2006

 

an Eduard Meier

 

     Zuspitzung4

 

Sehr geehrter Herr Meier,

                                         mit meiner E-Mail „Zupitzung3“ vom 22. Januar 2006, 01:35 Uhr, hatte ich auf die Verschärfung der Krise hingewiesen, die vorgeblich durch die Weiterführung des Atomprogramms seitens der iranischen Führung ausgelöst wurde. In Wirklichkeit werden jedoch die berechtigten Ansprüche der iranischen Führung durch westliche Politiker genutzt, um Druck auf das erdölreiche Land auszuüben. Am deutlichsten zeigte sich dies in einer Rede des französischen Präsidenten Jacques Chirac, als er am 19. Januar 2006 mit „einem nuklearen Erstschlag als Reaktion auf einen Angriff mit B- oder C-Waffen gegen den eigenen Staat“ drohte.

 

Ausgehend von den Meldungen der Fernseh- und Rundfunksender am 31.01.06 wurde der Streit um das iranische Atomprogramm durch die Außenminister der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands und Chinas weiter zugespitzt. Sie hatten in der Nacht vom 30. zum 31. Januar 2006 entschieden, den Streit um das iranische Atomprogramm im März 2006 vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen. In einer ersten Reaktion sprach heute der iranische Chefunterhändler vor Medienvertretern vom „Ende der Diplomatie“!

 

Die Ereignisse der vergangenen Tage haben mich veranlasst, wieder über die Möglichkeit nachzudenken, ob das derzeitige Gesamtgeschehen im Nahen Osten wirklich durch die irdische Dämonie inspirativ beeinflusst wird und ob es bis zum Provozieren eines Atomkriegs vorangetrieben werden kann. Nach meinen bisherigen Analysen muss ich von einer komplexen Einflussnahme ausgehen. Die inspirative Beeinflussung ist allein schon dadurch möglich, dass die beteiligten Seiten hinsichtlich der Wahrung ihrer fundamentalen Interessen inspirativ „unterstützt“ werden. Die Inspiration kann einerseits am Ergebnis der Zuspitzung auf indirekte Weise erkannt werden, andererseits an einem besonders drastischen Beispiel hintergründiger Schläue, das mich auf den Gedanken brachte, dass die beiden beteiligten Personen selbst Repräsentanten der irdischen Dämonie sein könnten.

 

Bei dem Beispiel geht es um den Leugner des Holocaust, um den iranischen Präsidenten Ahmadinedschad, und einem seiner Berater, Mohammad Ali Ramin. Im „Neuen Deutschland“ vom 31.01.06 fand ich auf Seite 12 den Hinweis über einen Bericht der „Financial Times Deutschland“ vom 30.01.06 zur im „Iran geplanten Holocaust-Konferenz“, die der „Auftakt für eine auf Jahre angelegte internationale >>Wahrheitsfindungskommission<<“ zum Holocaust „sein [soll]“.

 

Die „Financial Times Deutschland“ erfuhr von Mohammad Ali Ramin:

 

„>> Falls die Kommission tatsächlich herausfindet, dass die Deutschen sechs Millionen Juden ermordet haben, wird eine zweite multinationale Kommission sich eine entsprechende Strafe überlegen müssen. << Das schließe auch die Übergabe von deutschem Territorium für einen Judenstaat ein. Der 52-jährige Sozialwissenschaftler habe des Weiteren erklärt: >> Die Holocaust-Story war der Vorwand für die Entstehung des verbrecherischen israelischen Regimes    <<“

Aus einem Kommentar von Karlen Vesper auf Seite 6 im „Neuen Deutschland“ vom 31.01.06 über „Exportierten Hass“ geht hervor, dass die „Auschwitzleugner aus England, Frankreich und Deutschland, Irving, Faurisson und Mahler“ zur geplanten Holocaust-Konferenz eingeladen werden sollen. Karlen Vesper schreibt: „Es ist gewiss, zu welch unwahrem Ergebnis Konferenz und Kommission in Teheran kommen. Sie sollen Ahmadinedschads Drohung, den Staat der Juden von nahöstlicher Landkarte zu tilgen, bekräftigen“.  

 

Ich halte es für ausgeschlossen, dass ein Staatsmann aus eigener Überzeugung so viel demagogische Kreativität aufbringt, um seine (teils unwissende) Bevölkerung auf einen Krieg gegen ein gehasstes Volk vorzubereiten. Sollte dieser „Staatsmann“ jedoch inspiriert worden sein oder gar im Auftrag handeln, dann geschah dies mit jener „hintergründigen Schläue“, von der Ashtar Sheran sprach. Die öffentliche Bekundungen von Ahmadinedschad, des „iranischen Irren“ („Berliner Zeitung“ vom 28./29.01.06, S. 9), zum Auslöschen des Staates Israel und die geplante Konferenz sind geradezu Einladungen zu kriegerischen Handlungen für die am Öl des Iran interessierten westlichen Staaten! Sie kommen zudem genau der derzeitigen Strategie der USA entgegen, die sich besonders in den vergangenen Jahren an jenen Standorten in anderen Ländern militärisch ausgebreitet hat, wo Öl gefördert oder die Förderung vorbereitet wird. Dies ging aus einer Dokumentation „Der Griff nach dem Öl – Ein riskanter Wettlauf“ des Fernsehens des WDR hervor, die am 30. Januar 2006 von 22 Uhr 30 bis 23 Uhr 25 ausgestrahlt wurde. Sie zeigte am Beispiel Nigerias und im Golf von Guinea, „wie das Öl die Politik der USA bestimmt“. Nigeria produziert ähnlich viel Öl wie Kuwait. Doch nicht nur die USA sind in diesem Raum präsent; neben Frankreich ist es seit einigen Jahren auch China!

 

Zur Drohung eines nuklearen Erstschlag von Jacques Chirac fand ich in der „Berliner Zeitung“ vom 28./29.01.06 auf Seite 9 zwei Leserbriefe, aus denen mir ihre außerordentliche Gefahr deutlich wurde. Der nachfolgende Leserbrief von W. Gerlach, Berlin, war überschrieben mit: „Wenn sich diese Linie durchsetzt, droht uns Krieg“. Er schreibt:

 

 „Der eigentliche Kerngedanke des französischen Präsidenten besteht doch darin, dass zur strategischen Versorgung der verbündeten Länder gewissermaßen der Einsatz von Atombomben gerechtfertigt wäre. Unter diesem Gesichtspunkt wäre der Fall Iran völlig nebensächlich. Wird dieses Konzept in den nächsten Jahren zur Generallinie bei den Großmächten, dann könnten sich mit viel furchtbareren Auswirkungen weltgeschichtliche Ereignisse wie die beiden Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts „gewissermaßen“ wiederholen. …“

 

Joachim Nguyen sandte eine E-Mail an die „Berliner Zeitung“, die die „Kehrseite der Medaille“ der Drohung von Jacques Chirac beleuchtet:

„Der Iran kann jetzt völlig zu Recht Frankreich vorwerfen, den Atomsperrvertrag zu missachten. Dann könnte er zum Beispiel aus dem Vertrag ausscheiden und analog zu Israel, Indien und Pakistan ohne jede Kontrolle durch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) Kernwaffen bauen. Er könnte auch seinerseits den Sicherheitsrat anrufen, denn die Atom-Mächte verletzen nicht nur permanent den Sperrvertrag, weil sie ihre Kernwaffen nicht reduzieren, sondern auch wegen der Drohung mit dem Einsatz von Kernwaffen. Und anders als die auf Vermutungen basierenden Vorwürfe gegen den Iran wären diese Klagen berechtigt und bewiesen.

 

Und er könnte schließlich auch auf die Idee kommen, dass ein wirksamer Schutz vor einem Angriff, nuklear oder konventionell, die Fähigkeit zu einem nuklearen Gegenschlag ist. Das hat der Westen ja lang genug demonstriert. Der Einsatz wäre auch ohne Interkontinentalraketen durchaus denkbar. Wer würde schon einem Bananendampfer unter neutraler Flagge misstrauen, der im Hafen von New York oder Le Havre einläuft. Selbstmordattentäter, die eine klitzekleine Atombombe im Frachtraum zünden, dürften wohl ausreichend zur Verfügung stehen. Die französische Drohung könnte also genau das bewirken, was vermieden werden soll.“

 

Man sieht, dass zwischen dem „iranischen Irren“ und „französischen Irren“ kein wesentlicher Unterschied besteht. Es ist deshalb genauso verwerflich, dass die Bundeskanzlerin Merkel die Äußerungen von Chirac verharmlost („Chiracs Äußerung [steht] in voller Kontinuität mit der französischen Doktrin“, vgl. „Neues Deutschland“ vom 25. Januar 2006, S. 7) oder wenn die Außenminister der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands und Chinas Druck auf den Iran ausüben. Hinter diesem Druck verbergen sich mächtige Interessengruppen, insbesondere jene, die vom Öl und seiner Nutzung profitieren.

 

Ich bleibe dabei, dass dieser von allen beteiligten Seiten gefährliche Kurs tendenziell den Weltfrieden gefährden kann und dass er ohne inspirative Einflüsse von Seiten der irdischen Dämonie nicht zustande gekommen wäre.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Werner Grundmann                 Berlin, den 01.02.2006,  02:04 Uhr