E-Mail vom 05.10.2005, 01:31 Uhr, an info@figu.org        Veröffentlichung am 16.09.2006

 

 

Von Werner Grundmann

 

an Eduard Meier

 

                                               Dr. Susanne Heim

 

Sehr geehrter Herr Meier,

am 3. Oktober 2005 übernahm ich das FIGU-Sonder-Bulletin Nr. 23/2 aus dem Internet. Doch nicht Ihre überaus wertvollen, in hohem Masse einsichtigen Prophezeiungen und Voraussagen beschäftigten mich am meisten, sondern Ihre Antwort auf Seite 4 zur Anfrage von Frau A. Sommer, Deutschland, zu den „geradezu primitiven und dümmlichen Behauptungen“ von Dr. Susanne Heim, die behauptet, dass das „Überbevölkerungsproblem und die daraus resultierende Umweltverschmutzung, Klimaerwärmung, die Kriege usw. usf. nichts als Unsinn seien.“ 

 

Um es von vornherein klar zu sagen: Ich negiere keineswegs die außerordentlichen Gefahren der weiteren Übervölkerung der Erde. Vielmehr sind sie mir durch die Veröffentlichungen der FIGU bewusster geworden. Doch Ihre Konsequenz, dass die Überbevölkerung der „Kern allen Übels“ auf der Erde sei, kann ich bis heute nicht nachvollziehen, einfach deshalb nicht, weil Sie die Frage gar nicht erst stellen, worin die entscheidende Ursache der Überbevölkerung zu suchen ist. Ich sehe sie im vorherrschenden Gesellschaftssystem, das den Gegensatz zwischen Arm und Reich immer mehr verstärkt und keine soziale Absicherung älterer und alter Menschen in den so genannten Entwicklungsländer durch deren Gesellschaften zulässt. Die Versorgung dieser Menschen bleibt i. a. den Großfamilien überlassen. Ohne eigene (nicht verhungerte) Kinder müssten die älteren hilflosen Menschen selbst verhungern. Eine soziale Absicherung alter Menschen durch die Gesellschaft gibt es nur in den reicheren und reichen Ländern. Sie haben teils sogar einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen! Daraus kann ich nur folgern, dass das vorherrschende Gesellschaftssystem weltweit durch ein anderes abgelöst werden muss, welches von vornherein die Voraussetzungen bietet, das Überbevölkerungsproblem gemeinschaftlich zu bewältigen. Von einer Gesellschaft, die private Bereicherung zum entscheidenden Mittel für den gesellschaftlichen Fortschritt erklärt hat, die – im (deutschen) Bürgerlichen Gesetzbuch – selbst die Ehe zur „Zugewinngemeinschaft“ herabwürdigt und damit Individualismus züchtet, kann keine Lösung des Überbevölkerungsproblems erwartet werden. Bitte beantworten Sie sich die Frage, ob die „Profitgier“, von der Sie in der „Prophezeiung und Vorausschau“ schreiben, durch die Überbevölkerung ausgelöst wird oder umgekehrt, ferner ob Misswirtschaft „Profitgier“ befördert oder allgemein aus dem Wirtschaftlichkeitsstreben resultiert. Doch allein schon weil das vorherrschende Gesellschaftssystem nicht in der Lage ist, das Bevölkerungsproblem zu lösen, muss es durch ein anderes, durch ein Gemeinschaftssystem auf der Basis dominanten Gemeinbesitzes und Gemeineigentums, ersetzt werden. Bitte erinnern Sie sich an Maarten Dillinger, der im Zusammenhang mit der Lösung gesellschaftlicher Probleme eine analoge Auffassung vertrat und dennoch fest zu Ihnen stand. Vielleicht musste er deshalb sterben, weil er in bestimmter Hinsicht der Wahrheit näher gekommen war als Sie. Auf jeden Fall werden die Appelle und Vorschläge der FIGU zur gezielten Reduzierung der Weltbevölkerung in unseren heutigen Gesellschaften höchstens zur Kenntnis genommen. Dies ist auch deshalb so, weil es keine offiziellen gesellschaftlichen Repräsentanten gibt, die sich des Problems annehmen und Voraussetzungen fürs seine Lösung schaffen können. Beiläufig sei noch erwähnt, dass sich die Vorschläge der FIGU zudem gegen die „Freiheit des Einzelnen“ richten. Dass diese „Freiheit“ zum Chaos führt, wird allerdings verdrängt.

 

Was mich im Zusammenhang mit der berechtigten Kritik an Frau Dr. Susanne Heim so erregt hat, ist einerseits die Veröffentlichung der Leserfrage von Frau Sommer durch die FIGU, andererseits Ihre Reaktion auf die Anfrage. Dem Leser muss auffallen, dass sich diese Frau sowohl inhaltlich als auch in ihrer derben Art Ihnen angepasst hat, dass ihre Anfrage Wasser auf Ihre Mühle war! Und Sie selbst lassen sich (von dieser Ihnen zum Munde schreibenden Frau!) zur herabwürdigenden Kritik an Dr. Susanne Heim hinreißen, indem Sie ihr „Dummheit und Unwissen der wirklichen Sachlage und Fakten“ sowie „Unvernunft und Selbstherrlichkeit“ unterstellen, die „besonders bei bornierten Wissenschaftlern zu finden“ sei. Wie würden Sie wohl reagieren, wenn Sie von einem Wissenschaftler, der tatsächlich die wahren Ursachen der Überbevölkerung der Erde nachgewiesen hat, ähnlich „sachlich“ kritisiert würden, wie Sie es bei Frau Dr. Heim für richtig hielten? Ihnen ist doch voll bewusst, dass es für keinen Menschen absolute Wahrheit gibt! Besteht nicht die Gefahr, dass Sie Ihrer Mission schaden, wenn Sie sich so gehen lassen? Offen gesagt, hat mir dies – weil ich Sie so außerordentlich schätze – sehr wehgetan.

 

Ihre für mich weitgehend einsichtige „Prophezeiung und Voraussage“ habe ich mit großem Interesse aufgenommen. Meine Einsicht endet jedoch beim abrupten Übergang vom Beginn zum Ende des dritten Jahrtausends. Einerseits wird – auch bezogen auf die Überbevölkerung der Erde – nicht deutlich, worin die Negativentwicklung gipfelt, andererseits fehlt es an Informationen zu den (gesellschaftlichen) Veränderungen, die den Übergang zu einer schöpfungskonformen Entwicklung ermöglichen. Aus diesem Widerspruch heraus ist die zeitliche Angabe, dass die schöpfungskonforme Entwicklung erst in 800 Jahren beginnt, nicht nachvollziehbar.

 

In diesem Zusammenhang stellt sich eine weitere grundlegende Frage, die unmittelbar Sie betrifft. Die Schöpfung hat Ihre Geistform vor sehr langer Zeit zur Erde geführt. Die Inkarnationen Ihrer Geistform gehörten ebenso zur Erde wie Sie selbst in der heutigen Zeit. Die alten Propheten und Sie haben die Entwicklung der Erdenmenschheit maßgeblich mit bestimmt. Ihre Prophezeiungen basieren wesentlich auf dem in Ihrem Gesamtbewusstseinsblock gesammelten Wissen. Ich frage Sie, was sich für die mögliche Beschleunigung der Erdenmenschheit zu einer schöpfungskonformen Entwicklung als Prophezeiung ergeben würde, wenn Sie in Ihrer derzeitigen Inkarnation zu wesentlich neuen Erkenntnissen kämen, die Sie auf der Erde verbreiten. Könnte es bei veränderten Ausgangsannahmen eine beträchtlich Beschleunigung der Entwicklung der Erdenmenschheit geben, die sie bereits in etwa 200 Jahren auf den richtigen Weg führt, wenn sie es gelernt hat, mit der Natur schöpfungskonform umzugehen? Und was würde sich ergeben, wenn es doch eine irdische Dämonie gäbe, zu deren Existenz und Entstehung Sie sich bekennen? Vielleicht könnte dann auch jene Inkarnation Ihrer Geistform, die erst in 800 Jahren erfolgen soll, wesentlich vorgezogen werden?

 

Bitte denken Sie über all dies nach! Vielleicht können Sie in absehbarer Zeit der Menschheit eine neue „Prophezeiung und Vorausschau“ vorlegen.

 

Mit freundlichen Grüssen

 

Werner Grundmann                                         Berlin, den 05.10.05, 01:24Uhr