E-Mail am 30.08.2007, 03:17 Uhr, an info@figu.org          Veröffentlichung am 30.08.2007

 

 

Von Werner Grundmann                                                                  Berlin, den 30.08.2007

 

an alle Mitglieder der FIGU

 

 

Waldbrände in Griechenland

– gesellschaftlich verursachte apokalyptische Vorboten –

 

Liebe Mitglieder der FIGU,

                                     wie ich Ihnen in meinen E-Mails „Waldbrände in Griechenland“ vom 27.08.2007, 12:04 Uhr, sowie in „FIGU-Erkenntnisschranke“ mitteilte, sehe ich die Ursache der Entstehung der verheerenden Waldbrände primär im vorherrschenden kapitalistischen Gesellschaftssystem. Sie verwüsteten bisher eine Fläche doppelt so groß wie Berlin und forderten 64 Menschenleben. Sie sind damit für mich gesellschaftlich verursachte apokalyptische Vorboten einer gesetzmäßigen Negativentwicklung, die die Menschheit tendenziell zur Selbstvernichtung führt, wenn die wahren Ursachen der Entwicklung nicht erkannt und beseitigt werden.

 

Meine These wurde am 29.08.2007 durch Darlegungen auf der Seite 3 im Neuen Deutschland durch neue Fakten und Argumente unterstützt.

 

Im Beitrag von Kurt Stenger über „Baumgerippe und verbrannte Häuser. Bislang 64 Tote bei den Waldbränden in Griechenland / Suche nach Schuldigen voll im Gange“ heißt es u. a.:

>> In Griechenland wüten nach wie vor verheerende Waldbrände. Nach Schätzungen der EU-Kommission sind in diesem Sommer mindestens 270 000 Hektar vernichtet worden. … Die konservative Regierung in Athen versucht derweil, mit Geldgeschenken die absehbare Niederlage bei den Neuwahlen am 16. September abzuwenden. … Gleichzeitig setzen Regierungsvertreter abstruse Vorwürfe in die Welt. Zuletzt wurden >ausländische Terroristen< und die sozialistische Opposition mit den Bränden in Zusammenhang gebracht.

Glaubwürdiger ist der Vorwurf der Bodenspekulation. Wirtschaftswachstum und hohe EU-Zahlungen haben seit den 80er Jahren einen wahren Bauboom angeschoben, der Bauland verknappt hat. Es ist ein offenes Geheimnis, dass jeden Sommer Brände gelegt werden, um Bauland auf kriminelle Weise zu gewinnen. Möchtegern_Häuslebauer beauftragen Kriminelle, die hinderlichen Bäume abzubrennen. Stehen erst die Fundamente, kommt es fast nie zum Abriss, erläutert Theodota Nantsou vom griechischen Zweig der Umweltstiftung WWF. Ein Notar sichere den Besitz juristisch ab. Gute Beziehungen zu örtlichen Behörden sind in Griechenland wichtiger als Gesetze. Nachbarn zeigen illegale bauten oft selbst nicht an, weil sie selbst schon gegen Bauvorschriften verstoßen haben.

Nicht nur Umweltschützer fordern deshalb von der Regierung die rasche Wiederaufforstung der betroffenen Gebiet – seit den 70er Jahren ist fast eine Million Hektar abgebrannt, nicht einmal 15 Prozent wurden neu bepflanzt – und endlich ein nationales Waldregister. Die bisher unklaren Eigentumsverhältnisse erleichtern das skrupellose Wirken der Brandstifter. …

Weitere Gründe für die Katastrophe finden sich in der Untätigkeit aller Regierungen der letzten Jahre sowie in Leichtsinn und Ignoranz der Bevölkerung gegenüber der Umwelt. Das illegale entsorgen von Müll am Straßenrand oder im Gebüsch ist quasi Volkssport. Weggeworfene Zigaretten und durch die ungewöhnliche Hitze entzündeter Müll werden für viele Brände verantwortlich gemacht. … Es rächt sich jetzt, dass der Klimawandel bislang kaum zu einem veränderten Bewusstsein oder gar zu politischen Maßnahmen geführt hat. … Und wenn im Herbst der lang ersehnte Regen einsetzt, drohen an den abgebrannten Steilhängen gefährliche Erdrutsche. <<

 

Es sind also die gesellschaftlichen Verhältnisse, die das ganze Geschehen dominieren! Mit Gewinn- und Eigensucht werden die Brände mittels Bestechung verursacht; mit Geld sollen die betroffenen Menschen ruhig gestellt und als Wähler erkauft werden. Es sind die vielen kleinen und großen Schritte, die bei unterschiedlichen, doch jeweils gesellschaftlich dominanten Ursachen in den einzelnen Ländern tendenziell zur Katastrophe führen.

 

Sie, liebe FIGU-Mitglieder, könnten sagen, dass Sie aus OM vom drohenden „Weltenbrand“ wissen (vgl. Kanon 26, Vers 42), der aus „Gier nach Macht und Reichtum und mühelosem Leben“ erwächst, aus „feigem Trachten in Falschheit nach Macht, Reichtum und Selbstbezogenheit“ (vgl. ebd., Vers 41). Und „so werdet ihr es tragen müssen und erdulden, wenn die Qualen und Tode über euch kommen, denen ihr nicht entrinnen könnet, weil ihr sie selbst habet heraufbeschworen und gerufet“ (vgl. ebd., Vers 42). „Und ihr könnet den Gang der durch euch selbst bestimmeten Dinge nicht mehr aufhalten, denn ihr seid zu weit gegangen und das grosse Sterben ist bereits unter euch und rund um euch in der Natur, in den Lüften und Gewässern … (vgl. ebd., Vers 43). „Und ihr seid auf dem Wege und kurz vor dem Ziele, alles Leben bis in das Totale zu zerstören … (vgl. ebd., Vers 44). So „kundet der Prophet sein Wissen in seinen Worten an die von ihm zu belehrenden Menschengeschlechter, denen er da ist oberster Geistführer“ (vgl. Kanon 26, Vers 3).

 

Mir ist die Brisanz der Lage bewusst, vor der die Erdenmenschheit steht. Und dennoch kann ich den Ausführungen in OM nur bedingt zustimmen. Es sind die Worte des Propheten, die uns die Schöpfung „nur“ vermittelt. Unter Beteiligung aller Betroffenen gilt es, gemeinsam Lösungen zu suchen und zu realisieren!

 

Der Prophet hat nicht erkannt, dass die Negativentwicklung der Erdenmenschheit nicht von ihr selbst „heraufbeschworen“, sondern dass sie durch negativ dominante Intelligenzen inspiriert bzw. initiiert wurde. Diese Intelligenzen sind aber selbst nicht an der Vernichtung ihrer Entwicklungsbasis Interessiert! Es kann deshalb nur darum gehen, mit ihnen zu einer Verständigung zu finden, sie als gleichrangige Gesprächspartner zu akzeptieren und einvernehmliche Lösungen anzustreben. Dann werden sie sich auch an der Überwindung der existenziellen Krise zur Rettung der Erdenmenschheit beteiligen!

 

Es gilt, Wege zu finden, um das vorherrschende kapitalistische Gesellschaftssystem Schritt für Schritt durch eine weltweite Gemeinschaftsordnung abzulösen, die von Gemeinschaftlichkeit mit der Natur ausgeht und Ökonomie im Sinne von rationeller Bedürfnisbefriedigung versteht. Vorschläge dafür habe ich in einer ersten Form in den „Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung“ im Mai 2007 unterbreitet und über meine neue Homepage  www.bwgrundmann.de veröffentlicht. Insbesondere habe ich die Schaffung von „Zellen der Gemeinschaftsökonomie“ vorgeschlagen, die zur Basis werden könnten, um die vorherrschende gewinnorientierte Privatökonomie durch eine bedürfnisorientierte Gemeinschaftsökonomie allmählich zu verdrängen.

 

Mit den konkreten Hinweisen des Kanons 24 wird uns gesagt, welche Regelungen mit den zwingend notwendigen Veränderungen der irdischen gesellschaftlichen Verhältnisse verbunden werden sollten. Die Orientierungen werden ab dem Vers 70 gegeben und drücken sich darin aus, dass der „Reichtum eines Menschen“, einschließlich seines Besitzes „an Land und Wald und Gewässer“ den „Wert von 140'000 Lot Silber“ nicht übersteigt (vgl. Vers 79) und dass darüber hinaus ein Erbe bei „Volljährigkeit im höchsten Falle … 700 Lot Silber“ erhalten soll. [Anmerkung: Ein Lot Silber wog etwa 15 g. Zwei Lot ergaben vor 500 Jahren einen Taler. Zur Zeit der Weimarer Republik entsprach ein Lot Silber einem 3-Mark-Stück.]  Wenn mehr hinterlassen wird, als vererbt werden darf, oder „ein Besitzender … seinen Reichtum durch Geschäft oder eigene Arbeit jeglicher Art“ über die Obergrenze hinaus „mehret“, dann soll der übersteigende Betrag „in die Gemeinschaft des Volkes“ übergehen und „zum Wohle verwendet werden nach dessen bestehender Ordnung“ (vgl. ebd., Verse 71, 76 und 77). Ich vermisse analoge Vorschläge in den Veröffentlichungen der FIGU!

 

Bitte prüfen Sie, liebe FIGU-Mitglieder, gemeinsam mit Eduard Meier meine Vorschläge, damit wir für das Überleben der Menschheit doch noch Lösungen finden!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Werner Grundmann                             Berlin, den 30.08.2007, 03:17 Uhr