E-Mail vom 08.05.2008, 00:38 Uhr, an info@figu.org  und (über Cc:) an de@figu.org

Veröffentlichung am 08.05.2008

 

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Ergänzung vom 09.05.2008, 13:45 Uhr: Die E-Mail vom 8. Mai 2008, 00:38 Uhr, kam mit "addresses failed" sowohl für info@figu.org als auch für de@figu.org zurück. Sie wurde zunächst von brunoberlin@online.de aus versandt, danach von wbgrundmann@online.de aus. Ich vermute, dass sich jene Kräfte des Aruseak (?) zwischengeschaltet haben, die bereits am 27.01.2008 meinen Kontakt zur FIGU unterbrochen hatten (vgl. E-Mail vom 19.02.2008, 10:30 Uhr, an die FIGU). Die Überwachungszentrale befindet sich westwestlich von Zürich, möglicherweise im Raum Solothurn. Die erneute Kontaktunterbrechung spricht wohl für den Inhalt der nachfolgenden E-Mail!

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Von Werner Grundmann                                             Berlin, den 7./8. Mai 2008

 

an alle Mitglieder der FIGU

 

 

Die USA – Repräsentant der Trinität

 

Liebe Mitglieder der FIGU,

                            am 3./4. Mai 2008 erschien auf der Seite 24 des „Neuen Deutschland“ ganzseitig ein „Gespräch mit Michael Hochgeschwender“ zum Titel

Wer an die Bibel glaubt, wird reich und mächtig .

Das Gespräch bezieht sich auf die US-amerikanische Religiosität. Es bewegt sich „zwischen Fundamentalismus und Kapitalismus“.

 

In der Einführung zu diesem Gespräch heißt es:

>> Michael Hochgeschwender, Professor für Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, hat es in seinem kürzlich erschienenen Buch »Amerikanische Religion« (Verlag der Weltreligionen) unternommen, die vielfältigen Phänomene amerikanischer Religiosität darzustellen und kritisch zu analysieren. <<

 

>> Papst Benedikt XVI. ist in den USA allerorten stürmisch begrüßt worden, auch von US-Präsident George W. Bush, einem Baptisten. Während in den westeuropäischen Gesellschaften seit den 60er Jahren der Einfluss der christlichen Kirchen offenkundig im Schwinden begriffen ist, trifft für die USA eher das Gegenteil zu. Zwischen 90 und 95 Prozent aller Amerikaner behaupten, religiös zu sein. Inzwischen sind die Auswirkungen der religiösen Strömungen auch auf die Politik der USA nicht mehr zu übersehen, was zu beträchtlichen Missverständnissen und Irritationen in Europa führt. <<

 

In meinen am 28.10.2007 zum Download unter

www.wbgrundmann.de/Religionsthesen_final.htm

veröffentlichten „Religionsthesen“

Zur Entstehung und Entwicklung der monotheistischen Religionen

hatte ich die Trinitäts-These wie folgt formuliert:

>> Die christliche Trinitätslehre ist ein Kompromiss im Kampf um die geistige Macht über die Erdenmenschheit, der vor allem zwischen Gott Arus und Gottes Sohn Aruseak ausgefochten wird. <<

 

In der Strategie-These heißt es:

>> Gott Arus und Gottessohn Aruseak verfolgten und verfolgen unterschiedliche Strategien zur Erhaltung und Ausdehnung ihrer geistigen und weltlichen Macht über die Erdenmenschheit. Während Aruseak den religiös fundamentalistischen Weg wählte, initiierte Gott Arus eine religiös gestützte privatökonomische Eigenentwicklung der Erdenmenschheit. Die Ergebnisse dieser unterschiedlichen Strategien äußern sich heute in der Spaltung und im Machteinfluss der großen monotheistischen Religionen. Der Katholizismus wird von Gottessohn Aruseak beherrscht; die protestantischen und die griechisch-orthodoxen Kirchen stehen dominant unter dem Einfluss von Gott Arus. Hinter den Schiiten verbirgt sich Aruseak, hinter den Sunniten Gott Arus. <<

 

Und speziell zur USA führte ich unter den Anmerkungen zur These zur Reformation aus:

>> Im Gefolge der Reformation kam es zu langwierigen Stellvertreterkriegen um den Machterhalt und die Machtausdehnung im geistigen Auftrage von Aruseak und Arus, die letztlich zur Stärkung der (privat-)ökonomischen Machtstrukturen jener von Arus beherrschten Einflussbereiche führten, was sich insbesondere in den reformierten europäischen Ländern und in den USA zeigt.

       Der unter geistiger Führung von Gott Arus beschrittene eigenständige religiös verbrämte Weg führte in den USA zur „christlichen Form des Evangeliums des Reichtums“, das von  Andrew Carnegie am Ende des 19. Jahrhunderts in den USA publiziert wurde. Dieser Weg sicherte als Gegenpol zur katholischen Kirche den Machtanspruch von Gott Arus über die Erdenmenschheit. Er basiert auf Individualismus, Privateigentum, dem ‚Gesetz der Anhäufung von Reichtum’ und dem ‚Gesetz der Konkurrenz’.“ Als kapitalistische Utopie wird für Carnegie der „Millionär … zum Treuhänder für die Armen“, um eines Tages „das Problem von reich und arm“ friedlich zu lösen. Hinter dem neuen Evangelium verbirgt sich nichts anderes als das kapitalistische Gesellschaftssystem! <<

 

 

Ausgehend von den Untersuchungen von Professor Hochgeschwender lassen sich die in den Religionsthesen für die USA getroffenen Aussagen erweitern und vertiefen, wobei die „christliche Form des Evangeliums des Reichtums“ der Ursprung der heute dominierenden amerikanischen Religiosität war.

 

Professor Hochgeschwender unterscheidet in den USA nach Evangelikalismus, Pfingstlertum und  Fundamentalismus, die jedoch „in Hunderte von kleinen und kleinsten Grüppchen aufgeteilt“ sind. In den „Transformationskrisen“ seien „es fast immer Evangelikale“ gewesen, „die versuchten, den Gehalt des Protestantismus in der Gesellschaft neu zum Ausdruck zu bringen – und zwar vor dem Hintergrund spezifisch amerikanischer Ideen von Demokratie , Marktkapitalismus, Liberalismus und ähnlichem.“ In „der neueren Zeit“ waren es „Pfingstler und Fundamentalisten“. Professor Hochgeschwender ergänzt: „Es gibt kaum eine Religionsform, die dermaßen vom Kapitalismus durchdrungen ist wie der amerikanische Fundamentalismus.“ Der Fundamentalismus „radikalisierte“ „bestehende religiöse Strömungen“. „In der Tat haben wir es hier mit einer Abkehr von der biblischen Botschaft zu tun unter dem Deckmantel, eben diese Botschaft verbreiten zu wollen.“ „Da gibt es etwa eine Organisation wie die United Church of Harvest, die Werbeanzeigen in Zeitungen oder im Fernsehen schaltet, in denen es heißt: Wenn du an die Bibel glaubst, wirst du reich, begehrenswert, mächtig und schön.“

 

Historisch gesehen, folgte nach der von Andrew Carnegie am Ende des 19. Jahrhunderts inspirativ geschaffenen „christlichen Form des Evangeliums des Reichtums“ ein „Andocken“ anderer einflussreicher Kräfte, die selbst Einfluss auf die sich entwickelnde amerikanische Weltmacht gewinnen wollten.

 

„Die Grundidee“ des amerikanischen Fundamentalismus „bestand darin, frühchristliche Bekenntnisse und die Heilige Schrift als absoluten Ausgangspunkt der Glaubensüberzeugung zu nehmen. Sie wurde von durchaus angesehenen Theologen vertreten. Von 1910 bis 1915 veröffentlichten diese mit zum Teil finanzieller Unterstützung aus der Industrie eine Schriftenreihe unter dem Titel ‚Fundamentals’, von dem sich der Begriff ‚Fundamentalismus’ herleitet. In den USA selbst nahm der Fundamentalismus dann eine sehr vielfältige Entwicklung. Insbesondere in den 1960er und 1970er Jahren wurde er immer stärker politisiert und zwar in Richtung des „american Conservatism’.“

 

Erstaunlich ist die Entstehung eines eigenständigen „Pfingstlertums“, indem „der intime Geistkontakt mit der Trinität in Gestalt des Heiligen Geistes die entscheidende Rolle [spielt]“. Doch auch dies spricht für die eigenständige Existenz dreier Hintergrundkräfte. Allerdings stellt Professor Hochgeschwender fest: „Im Falle der Pfingstbewegung ist überhaupt noch nicht klar wie sie sich politisch entwickeln wird.“

 

Wenn die Trinitätsthese zutrifft, dass über die Religionen der „Kampf um die geistige Macht über die Erdenmenschheit“ aus dem Hintergrund ausgetragen wird, dann muss es indirekte Belege geben, die dies für die mächtigste irdische Staatsmacht bestätigen. Dann muss es innerhalb der USA eine Abgrenzung zwischen unterschiedlichen Mächtegruppierungen geben.

 

Macht wird staatlich, militärisch, ökonomisch und religiös-ideologisch ausgeübt, indirekte Macht am stärksten (privat-)ökonomisch und fundamentalistisch religiös-ideologisch. Das Privatökonomische erscheint über den Wettbewerb, den „freien Markt“ und über Freihandelszonen innerhalb und zwischen „freiheitlich demokratischen Ordnungen“ als „frei“ und als „Laboratorium des Fortschrittes“, unterliegt aber durch das private Gewinnstreben indirekt tendenziell dem Diktat des Kapitals. Fundamentalistische Macht äußert sich in „Gottesstaaten“, in Militärdiktaturen und (unter Missbrauch des Begriffes Kommunismus) in „kommunistischen“ Diktaturen.

 

Die derzeitig größte irdische politische, militärische und ökonomische Macht, die USA, gibt sich als „freies Land der westlichen Welt“ sowohl demokratisch, auf Gott vertrauend („In god we trust“), missionarisch als auch liberal. Professor Hochgeschwender spricht von einer „idealisierten Sicht der eigenen Gesellschaft“ und einer „bedingungslosen Akzeptanz der USA, und zwar in dem Sinne, wie man die Verfassung der USA versteht“. Von den Republikanern und Demokraten wird über Monate, Jahre und Jahrzehnte eine existente Demokratie vorgespielt, ohne dass sich an den Grundlagen der privatökonomisch-religiösen Diktatur des Kapitals in Form „des Evangeliums des Reichtums“ etwas prinzipiell ändert. Hierin besteht offenbar Einigkeit in der Strategie der beiden unmittelbar konkurrierenden Hintergrundmächte, auch wenn „eine nationale Einheitsfront der Evangelikalen, Pfingstler und Fundamentalisten … wegen“ des „harten Wettbewerb auf dem religiösen Markt [nicht funktioniert]“. Der Glaube an die Bibel wird zum Köder für Reichtum und Macht, für die weltweite Aneignung von privatem und staatlichem Reichtum auf Kosten der übrigen Menschheit und zu Lasten unserer Lebenswelt – bis zum „Verbrauch“ unseren irdischen Existenzgrundlagen, bis zur gesellschaftlich verursachten Selbstvernichtung! Im Wissen um die gesetzmäßige Entwicklung von Ausbeutungs- und Bereicherungsgesellschaften konnte dies vor Jahrtausenden von den Initiatoren apokalyptisch vorausgesagt werden!

 

Wenn von den beiden Hauptkonkurrenten im Hintergrund ausgegangen wird, kann sich jeder selbst beantworten, wer sich hinter den Demokraten und wer sich hinter den Republikanern verbirgt. Die Fähigkeiten der jeweiligen politischen Repräsentanten sind aus diesem Blickwinkel heraus sekundär. Auf jeden Fall sollen sie aber ihre Aufgabe zur Ausdehnung des nationalen und internationalen Machteinflusses „ihrer“ Partei und damit „ihres“ jeweiligen Gottes ausdehnen, auch wenn sie die Konkurrenz zwischen den beiden Göttern nicht erahnen!

 

Die Konkurrenz zwischen den beiden Hintergrundmächten lässt sich an weiteren Zusammenhängen erkennen, auf die Professor Hochgeschwender hinweist:

- Zu den „Grundkomponenten der protestantischen Bewegungen in den USA“ mit „rassistischen Tendenzen“ gehöre „der Antisemitismus“, „ähnlich wie der Antikatholizismus und der Hass auf Schwarze“. Der Antisemitismus lässt sich dann leicht erklären, wenn man davon ausgeht, dass Ashtar Sheran alias Aruseak die jüdische monotheistische Religion kreiert hat, als er den Propheten Moses etwa sechs Wochen lang als Gast in einem Weltraumstrahlenschiff belehrte und für Gott gehalten wurde. „Die Theologie des schwarzen Protestantismus hat eine befreiungstheologisch dominierte Ausrichtung. Im Zentrum stehen das Exodus-Ereignis, Moses, die Suche nach Kanaan, dem Land, in dem Milch und Honig fließen.“ Der Antikatholizismus der Protestanten erklärt sich historisch aus den Bestrebungen des Aruseak, über das autoritäre Papsttum den entscheidenden Einfluss auf die gesamte Christenheit zu gewinnen.

 

- Auch aus „der Apokalyptik und des Messianischen“ ergeben sich erklärbare Unterschiede: Die „wahren Gläubigen [werden] vor Beginn der Zeit der Trübsal von Gott durch ein Wunder von der Erde weggenommen und gerettet“, obgleich „in der Apokalypse nirgendwo ein Wort darüber [steht]“. Wer wäre wohl mit seiner Weltraumflotte in der Lage, eine große Anzahl von Gläubigen zu retten?

 

- „Kapitalismus und die Formen amerikanischer Religiosität entwickelten sich in einer Art ineinander verschränkter, doppelgleisiger Kausalität“, was für den strategischen Einfluss von Gott Arus spricht. „Eine der wenigen Religionen, die aus diesem Muster herausfiel und deshalb als ‚unamerikanisch’ wahrgenommen wurde, war der Katholizismus, der zum Teil ganz klar kapitalismusskeptisch auftrat.“

 

- Das fehlende Wissen zur amerikanischen Religiosität führt laut Professor Hochgeschwender „heute zu grotesken Missverständnissen auf politischer Ebene: Wenn Angela Merkel von den Republikanern als der ‚Schwesterpartei’ der CDU redet, ist das kompletter Unsinn. Das gesamte deutsche Parteiensystem mit Ausnahme der FDP würde locker in die Demokratische Partei der USA hineinpassen und dort auf dem linken Flügel angesiedelt sein.“ Ob dies auch für die CSU zutrifft?

 

 

Im Ergebnis der Darlegungen kann sich jedes FIGU-Mitglied selbst eine Meinung bilden, inwiefern grundlegende Aussagen der zitierten Strategie-These durch Professor Michael  Hochgeschwender bestätigt wurden. 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Werner Grundmann                               Berlin, den 8. Mai 2008, 00:38 Uhr