E-Mail vom 21.08.2007, 17:22 Uhr, an info@figu.org         Veröffentlichung am 21.08.2007

 

 

 

Von Werner Grundmann                                                             Berlin, den 20./21.08.2007

 

an alle Mitglieder der FIGU

 

rekursive Verantwortung

 

Liebe Mitglieder der FIGU,

                                      am 9. Oktober 2005 sandte ich an Eduard Meier eine E-Mail über „Verantwortung“. Meine Absicht war es, ihn neben der Verbreitung der Geisteslehre auch zu bewegen, „selbst Verantwortung zur Gestaltung der irdischen Zukunft“ zu übernehmen. Ich schrieb ihm, dass ich „diese zweite Seite“ bei ihm „vermisse“, weil er „sich prinzipiell als Außenstehender, als Lehrender und Beurteilender“ verhält. Es könne „aber sein, dass die Schöpfung nach einem für alle Beteiligten gemeinsamen Lernprozess die entscheidenden Einsichten und den wesentlichsten Beitrag zur Überwindung der existenziellen Krise“ von ihm erwartet.

 

Im betrachteten Zusammenhang hatte ich von „allzeitlicher Identifizierung“ und von „historischer Identifizierung“ gesprochen, das Letztere bezogen auf jene FIGU-Mitglieder, denen Wissen über Vorgängerpersönlichkeiten vermittelt wurde, das Erstere gerichtet an Eduard Meier, der über die Speicherbänke Zugriff auf Informationen seiner geistigen Vorgänger über Milliarden von Jahren hat. Mir war klar, dass eine derartige Identifizierung nicht der Denkweise in der FIGU entsprach. Ich verwies jedoch auf die sehr klaren Darlegungen von Semjase,  die sie zu Semjasa und Asasel ausführte. Weil diese „die ersten beiden Atomkriege auf der Erde ausgelöst“ hatten, sollten sie „nach ihrer Wiedergeburt … künftighin so lange auf der Erde in strengster Pflichterfüllung [wirken], bis aller Schaden und alle Fehler wieder behoben wären, die sie in ihrem Unverstande angerichtet hatten zum Beginn ihrer Zeit auf der Erde“ (vgl. SKB, S. 2378).

 

Wenn ich in meinem heutigen Schreiben von „rekursiver Verantwortung“ spreche, dann meine ich „allzeitliche Identifizierung“ in erweitertem Sinne. Der Begriff rekursiv bezieht sich auf das Zurückgehen auf Bekanntes. Unter rekursiver Verantwortung für die betrachtete Problematik verstehe ich deshalb nicht nur die bewusste Übernahme subjektiver Verantwortung zur Beseitigung negativer Folgen aus dem bekannten Wirken geistiger Vorgänger, sondern auch die eigenständige Suche nach den Ursachen grundlegender Fehler dieser Vorgänger zur Verhinderung von Wiederholungen sowie die Annahme jedweder Unterstützung direkter und indirekter Form zur Wahrheitsfindung. Das Letztgenannte schließt  indirekte Unterstützung durch höhere Geistformen, von negativ dominierten sowie von geistig weniger entwickelten Intelligenzen ein. Wahrheitsfindung zu ermöglichen, kann auch erfordern, verfestigte Denkweisen zu verändern.

 

Offenbar ist die Übernahme rekursiver Verantwortung nur von solchen Persönlichkeiten möglich, die hinreichend weit auf Informationen aus ihren Speicherbänken zurückgreifen können oder die über befähigte Personen die Möglichkeit haben, notwendige Informationen aus dem Leben eigener Vorgänger zu erhalten. Die Übernahme rekursiver Verantwortung sehe ich – bezogen auf die Zeit der Rückkehr seines Geistes aus der Ebene Arahat Athersata – in höchstem Maße für Eduard Meier! Sie ist so lang erforderlich, bis die Folgewirkungen falschen Handelns beseitigt und die Ursachen des Zustandekommens erkannt sind. Zudem muss verhindert werden, dass keine neuen Fehler analoger Form begangen werden können.

 

Eduard Meier geht im FIGU-Bulletin Nr. 39 in eingeschränkter Form auf die beschriebene Problematik ein. Es sei zwar „möglich“, „durch die Speicherbänke von allen Persönlichkeiten der gleichen Linie über unendliche Zeiten hinweg immer altabgelagerte Informationen“ zu beziehen, jedoch „dürfte wohl unsinnig und unwichtig sein“, „wer … jene Persönlichkeit meiner Linie vor achttausend Jahren war, … denn was damals persönlichkeitsmässig in meiner Linie war, ist heute absolut nicht von Bedeutung.“ (Vgl. ebd., S. 13) Doch gilt dies allgemein?

 

Wenn wir davon ausgehen, dass Inkarnationen der geistigen Höherentwicklung eines jeden Menschen dienen und dass ein jeder Mensch bewusst oder unbewusst auf den von seinen geistigen Vorgängern erreichten Erkenntnisstand aufbaut, dann bedeutet dies, dass das Fehlen bestimmter wesentlicher Erkenntnisse die einzelnen inkarnierten Persönlichkeiten wiederholt zu falschen Entscheidungen führen kann. Doch die falsche Handlung einer Persönlichkeit kann zu enormen Fehlwirkungen für künftige Generationen führen. Die Wiederholung von Fehlern lässt sich nur über einen Erkenntnisprozess sicher vermeiden, der die betreffende Erkenntnisschranke überwindet, der zu höherem Bewusstsein und zur Ablagerung neuartiger Informationen in den Speicherbänken führt. Bleibt die notwendige Erkenntnis aus, wirkt der rekursive Zusammenhang wie eine Sackgasse in Richtung des Wiederholens alter Fehler. Deshalb muss es das Ziel sein, den Erkenntnisprozess mit Mitteln zu fördern, die aus den eingefahrenen Gleisen der bisherigen Eigenentwicklung, der verfestigten inhaltlichen Position und der üblichen Denkweise herausführen. Das aber ist am besten dadurch möglich, indem die eigene Position und Denkweise mit den Positionen und Denkweisen anderer Intelligenzen bewusst konfrontiert werden.

 

Bei Eduard Meier, bei den Plejaren und bei den Mitgliedern der FIGU vermisse ich das Bemühen, das aus der relativen geistigen Enge ihrer Denkweise herausführen könnte. In ihrer Überzeugung, die einzigen Wahrheitsbringer auf der Erde zu sein, übersehen sie, dass der irdischen Welt aus geistigen Ebenen und aus außerirdischen Bereichen Wahrheiten vermittelt werden, die sie infolge ihrer einseitig logischen Denkweise nicht akzeptieren können. Logische Denkweise wird „als naturgesetzmäßig“ betrachtet (vgl. „Arahat Athersata“, S. 145), Wissen als „Ergebnis absolut logischer Erkenntnisse in Erkennung der Wahrheit“ (vgl. H. G. Lanzendorfer: „Lehre und Künder der Wahrheit“, Wassermannzeit-Verlag, S. 296) und selbst dem Universal-Bewusstsein wird nicht mehr als „völlige Logik“ unterstellt (vgl. SKB, S. 3567). Für mich ist die Denkweise des rein Logischen eine geistige Einbahnstraße, die die Realität insbesondere dann simplifiziert und falsch widerspiegelt, wenn das geistig negativ Dominante in Verletzung des universellen Gesetzes der Einheit von Positiv und Negativ zwangsweise bewusst und dauerhaft isoliert und konzentriert wird. An dieser seit Milliarden Jahren fragwürdigen Denk- und Handlungsweise hat sich selbst bei Ptaah nichts geändert, der nach wie vor Übeltäter, wie den „USA-Präsidenten George Walter Bush“, „lebenszeitlich in die Verbannung“ schicken würde (vgl. SKB, S. 4014).

 

Mit ihrer Denkweise erscheint mir die FIGU nicht als irdisch verwurzelt, sondern als Außenposten der Plejaren. Sie wirkt regelrecht blind gegenüber Erkenntnisfortschritten, die der Erdenmenschheit in Form des dialektischen Denkens bereits über die altgriechischen Philosophen ermöglicht wurden. Die FIGU sollte die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass die unverständliche Denkweise der „dummen“ Erdenmenschen repräsentativ für die Denkweise jener Intelligenzen sein könnte, die sich hinter bestimmten Inspirationen verbergen oder gar verbergen müssen. Die Plejaren sollten zumindest erforschen, ob es einen Bezug zwischen der so genannten Ausschüttung des Heiligen Geistes und der Aneignung des dialektischen Denkens durch die alten Griechen gibt.

 

Für den unzureichenden Willen von Eduard Meier, selbst von jenen Erdenmenschen nicht lernen zu wollen, die nachweislich aus hohen Geistesebenen inspiriert werden, bringe ich ein gewisses Verständnis auf. Dass er sich hingegen trotz der (bedingten) Wertschätzung Semjases für Ashtar Sheran (vgl. SKB, S. 434) meines Wissens nicht ein einziges Mal zu dessen inhaltlichen Aussagen öffentlich geäußert hat, empfinde ich als höchst fragwürdig. Gerade bei Ashtar Sheran findet sich „enorm viel Wissen um wertvolle und gute Dinge“ wobei die „Logik der sehr vielen Wahrheiten … wieder durch eine ungewohnt große Unlogik überspielt [wird]“ (vgl. ebd.). Es stellt sich erstens die Frage, ob jene „große Unlogik“ entweder der Verfälschung von Wahrheiten oder dem dialektischen Denken des Ashtar Sheran entspringt. Zweitens ist zu beantworten, ob das offenbar notwendige Lernen Eduard Meiers von erdgebundenen Intelligenzen sich vor allem auf hoch entwickelte inkarnierte und verborgene geistige Intelligenzen negativer Dominanz beziehen müsste.

 

Wenn ich die fehlende Bereitschaft Eduard Meiers, „von der Erde“ zu lernen, seinen extremen Bemühungen gegenüberstelle, um die bereits sehr hoch entwickelten Plejaren noch schneller voranzubringen, empfinde ich die Diskrepanz als skandalös. Seit „dem Jahr 2001“ hat er bis zum 5. Januar 2006 insgesamt 6812 „beschriebene A4-Seiten“ für die Plejaren „angefertigt“ (vgl. SKB, S. 4057), also im Durchschnitt fast vier Seiten pro Tag! Entspricht dies wirklich seiner durch die universelle Schöpfung übertragenen irdischen Mission? Oder geht es ihm in erster Linie um seine Selbstbestätigung und um das Lob von jenen Menschheiten, die ihn am meisten schätzen? Doch was nützen die extremen Fortschritte der Plejaren, wenn die irdischen Probleme prinzipiell ungelöst bleiben, wenn es zur weiteren Zuspitzung der inneren Widersprüche der irdischen Dämonie kommt und die Ausweglosigkeit zum Provozieren einer universellen Katastrophe führt? Müsste es nicht die vorrangige Aufgabe von Eduard Meier sein, im Auftrage der Schöpfung an Ort und Stelle endlich hinzuzulernen und seine Pflichten zur Überwindung der existenziellen irdischen Krise zu erfüllen? Doch sollte ihm dies doch noch gelingen, hätte er sicherlich hinreichend Möglichkeiten, auch den Plejaren beizubringen, welchen Anteil sie leisten könnten, um nicht nur die Erdenmenschheit zu retten, sondern auch um das geistige Gefängnis des irdischen Jenseits auflösen zu helfen und die universelle Wende einzuleiten.

 

Ich kann nur Empfehlungen geben, tiefgründiger über die existenzielle Krise nicht nur der Erdenmenschheit nachzudenken, und Sie bitten, Ihre Verantwortung verstärkt wahrzunehmen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Werner Grundmann                                         Berlin, den 21.08.2007, 17:21 Uhr