E-Mail vom 07.12.2006, 01:57 Uhr an info@figu.org           Veröffentlichung am 07.12.2006

 

Von Werner Grundmann

                                              

an alle Mitglieder der FIGU

 

Rebecca Walkiw - 2

 

Liebe Mitglieder der FIGU,

                                  das FIGU-Sonder-Bulletin Nr. 31 vom November 2006 enthält zwei Beiträge von Rebecca Walkiw:

- erstens über „Gleichheit für alle“ und

- zweitens zur Frage „Was ist direkte Demokratie? Zwölf Fragen und Antworten“.

 

Bereits im FIGU-Sonder-Bulletin Nr. 21 vom August 2005 gaben Sie Rebecca Walkiw die Möglichkeit, einen zehnseitigen Beitrag zu publizieren. Ich reagierte darauf am 23. August 2005, 22:13 Uhr, mit einer E-Mail an Eduard Meier zu „Rebecca Walkiw“. Am 16. September 2006 veröffentlichte ich diese E-Mail über meine Homepage

 

            http://www.wbgrundmann.de

 

Im letzten Absatz meiner Stellungnahme vom 23.08.05 hatte ich die große Verantwortung betont, mit der Frau Walkiw ihren Beitrag verfasste, musste jedoch konstatieren: „Er bezeugt leider eine auf mögliche gesellschaftliche Veränderungen bezogene Naivität der Autorin.“ An dieser Feststellung halte ich auch nach den aktuellen Veröffentlichungen fest – trotz der wichtigen Aussagen zur Einschätzung der gesellschaftlichen Situation.

 

Meine grundlegende Kritik an den Darlegungen von Frau Walkiw bezieht sich auf das Ausklammern der Eigentums- und der Besitzproblematik. Sie verzichtet auf Vorschläge zur Reichtumsbeschränkung, wie sie sehr präzise im Kanon 24 von „OM“ aufgeführt sind. Ich kann deshalb Frau Walkiw nur bedingt zustimmen. Auch für die Entscheidung der FIGU zur Veröffentlichung der Beiträge habe ich nur wenig Verständnis. Wenn Gleichheit hergestellt werden soll, dann reicht es eben nicht aus, allen Menschen, die ihre Aufgabe mit gleichem Einsatz ausführen, gleichen Lohn zu gewähren; es gilt vielmehr, einen Bruch mit dem historisch überkommenen privaten Reichtum zu vollziehen und dauerhaft abzusichern, dass privater Reichtum durch die Gemeinschaft dauerhaft beschränkt bleibt. Selbst wenn der Weg dahin noch offen ist, darf diese Problematik nicht ausgeklammert werden, weil sie das Grundübel sein dürfte und nicht die Überbevölkerung, die insbesondere durch die Ausbeutung und durch die fehlende soziale Absicherung der alten Menschen in den Ländern der Dritten Welt provoziert wird.

 

Im Kanon 24 heißt es zur Reichtumsbeschränkung:

- „Es sei der Reichtum eines Menschen an Silber ein Höchstwert von 70000 Lot Silber, und es sei der Reichtum an Land und Wald und Gewässer eines Menschen nicht mehr als der Wert von 140000 Lot Silber, und also sei der Wert der Habe eines Menschen nicht mehr als 140000 Lot Silber also.“ (Vers 79)

 

- „Übertriffet der Wert des Reichtums als Hinterlassenschaft das Mass von 1400 Lot Silber für alle einzelnen Erben, so sei das Zuviel des Reichtums zuzuführen der Gemeinschaft des Volkes und zu dessen Wohle, in Bestimmung der bestehenden Ordnung des Volkes“ (Vers 76)

 

- „Es sollen die Nachkommen … wissend sein, dass sie verpflichtet sind, aufzubauen ihr eigenes Leben, durch ihre eigene Hände Arbeit und durch ihre eigene Kraft, und dass da kann sein eine mögliche Wertaushändigung von Reichtum zur Zeit der Volljährigkeit im höchsten Falle von 700 Lot Silber, und die sei da gemessen für die Besitzlosen und für die Besitzenden gleichermassen, dass da nicht sei zuviel des Reichtums, der da beeinträchtiget die gerechte Lebensführung.“ (Vers 71)

 

Laut „transpress Lexikon Numismatik“, Berlin 1976, entsprach ein Lot Silber etwa 15 g. Danach waren 70000 Lot Silber ca. 1050 kg und 700 Lot Silber 10,5 kg. Doch nicht das Maß der Beschränkung ist bei den zitierten Äußerungen das Primäre, sondern die sanktionierte Beschränkung des Reichtums des Einzelnen innerhalb der Gemeinschaft des Volkes, worin das Eigentum an Gebrauchsgütern, an Geld und der Besitz an Natur eingeschlossen werden soll. Erst aus der Beschränkung des Reichtums entsteht eine Basis für Gleichberechtigung, die Bereicherung durch Ausbeutung und Übervorteilung sowie Bereicherung zu Lasten der Natur weitgehend ausschließt. Zugleich wird damit eine Basis zur Schaffung jener von Rebecca Walkiw geforderten direkten Demokratie geschaffen.

 

Die Zitate aus OM sind Aussagen des JHWH bzw. des Propheten. Sie gelten für Gemeinschaften, die noch zum Austausch ihrer Güter Geld als Äquivalent benötigen. In Gemeinschaften, die eine hinreichend große Produktivität erreicht und die entsprechende Arbeitsmoral entwickelt haben, können die hergestellten Erzeugnisse entsprechend den Bedürfnissen der Menschen verteilt werden. In derartigen Gemeinschaften entwickelt sich – auch durch den Austausch der Erfahrungen und Technologien mit anderen Gemeinschaften – eine auf die rationelle Bedürfnisbefriedigung gerichtete Ökonomie, die die rationelle Erhaltung der Gebrauchsgüter, der umgebenden Natur und des gesamten planetaren Lebenssystems einschließt. Es entstehen Menschheitsgemeinschaften, die es auch vermögen, Maßnahmen zur Geburtenkontrolle einvernehmlich durchzusetzen.

 

Ich habe den Eindruck, dass Rebecca Walkiw zu sehr dem heutigen Gesellschaftssystem verhaftet ist, welches auf privatem Reichtum an Werten, Gebrauchswerten und Natur basiert. Wenn die Erdenmenschheit keinen Weg findet, um private und gesellschaftliche Bereicherung zu Lasten der Natur einzudämmen, wenn nicht erheblichen Mittel und Kapazitäten in die Renaturierung „investiert“ werden, zerstören wir unsere Lebenswelt! Das aber ist in erster Linie nicht eine Frage der Überbevölkerung, wie es die FIGU immer wieder verkündet, sondern des vorherrschenden kapitalistischen Gesellschaftssystems, das private Bereicherung jedweder Form auf Kosten der Vorwelt, der Mitwelt und der Nachwelt gesetzlich sanktioniert hat. Wenn Rebecca Walkiw die Schweiz de facto als Musterbeispiel der direkten Demokratie kennzeichnet, ohne zu erwähnen, dass der Schutz des weltweit durch private Bereicherung gehorteten Reichtums auf den Schweizer Banken auf demokratische Weise aufzuheben wäre, wird sie unglaubwürdig. Ihr hohes Lebensniveau verdanken die Schweizer nicht zuletzt dem Reichtum ihrer Banken, die legal und illegal erworbene Werte zu ihrer eigenen Bereicherung, zur Bereicherung der „Anleger“ und auch zum Nutzen der Schweizerbevölkerung gewinnbringend „verwalten“.

 

Es bleibt die Frage zu beantworten, wie wir zu einer primär gemeinschaftlich orientierten Ökonomie im Sinne rationeller Bedürfnisbefriedigung kommen, zu einer Ökonomie, die es vermag, die vorherrschende gewinnorientierte Privatökonomie schrittweise zu verdrängen und letztlich abzulösen? Sicherlich nicht durch eine Weltrevolution, vielleicht aber über den Weg Schaffung von Zellen der Gemeinschaftsökonomie, in denen sich jene für die kapitalistische Verwertung überflüssigen Menschen zu Gemeinschaften zusammenfinden und den Überfluss der Wegwerfgesellschaft nutzen, um sich ein neues Leben aufzubauen, das sich im wesentlichen außerhalb des Einflusses der kapitalistischen Gesellschaft vollzieht. Es gilt nachzuweisen, dass das vorgeblich Unökonomische unter gemeinschaftlichen Bedingungen und „neuer“ ökonomische Denkweise nützlich ist! In solchen Gemeinschaften kann direkte Demokratie gepflegt werden. Hier entstehen die Voraussetzungen zur Durchsetzung der direkten Demokratie auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen.

 

Wenn Rebecca Walkiw direkte Demokratie verbreiten will, muss sie Alternativen zur heutigen gesellschaftlichen Praxis aufzeigen. Doch die gesellschaftlichen Verhältnisse sind von so komplexer Natur, dass es wissenschaftlicher Grundlagenarbeit bedarf, um neuen Wege aufzeigen zu können. Die Ergebnisse der Grundlagenforschung sollten experimentell geprüft und danach erst verbreitet werden. Ohne die Kenntnis dieser Experimente besteht die Gefahr, dass die Menschen auf dem Wege der direkten Demokratie gegen ihre eigenen Interessen entscheiden!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Werner Grundmann                 Berlin, den 7. Dezember 2006, 01:57 Uhr

 

 

 

P. S.:

Achim Wolf informiert im FIGU-Sonder-Bulletin Nr. 31 über die „All-Macht-Doktrin“ der USA, die den Weltraum nutzen wollen, um die alleinige Herrschaft über die Erdenmenschheit zu sichern. Wäre dieser Weg erfolgreich, würde er den USA die Möglichkeit eröffnen, ihre Herrschaftsansprüche auf andere Welten auszudehnen. Das aber würde nichts anderes bedeuten, als dass die Nachkommen der Genmanipulierten und der Deportierten irgendwann den Krieg auch in den Weltenraum hinaustragen. Die „Überwachung der Erde vom Weltraum aus“ könnte künftig „sträflich vernachlässigt“ werden! Wie sollte sich die plejarische Föderation verhalten? Sollte die Erdenmenschheit geschlossen deportiert werden, wie zur Zeit Nokodemions jene Völker, die sich usurpatorisch im Weltenraum ausbreiteten? Sollte die Erdenmenschheit vernichtet werden, wie dies vor fast 65 Millionen Jahren vermutlich mit der irdischen Saurier-Menschheit geschah? Oder geht es endlich darum, den Ursachen des Verhaltens der Erdenmenschen auf den Grund zu gehen, diese abzustellen und den geplagten Erdenmenschen sowie den 128 Milliarden nicht inkarnierten Geistformen des irdischen Jenseits eine Perspektive zu geben?