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MeierKelchT2WBG.doc                                         Abrufbar am 19.11.2008

 

Von Werner Grundmann                                         Berlin, den 18.11.2008

 

An Eduard Meier, FIGU

 

Zum „Kelch der Wahrheit“, Teil 2

- Zur gesellschaftlichen Fehlentwicklung -

 

Sehr geehrte Herr Meier,

im Kelch der Wahrheit haben Sie einen Text über

Was für das Dritte Jahrtausend prophetisch und voraussagend

umfassend kundzugeben ist

veröffentlicht. Ausgehend von Ihren detaillierten Ausführungen möchte ich versuchen, Ihnen zu vermitteln, dass die Propheten der Schöpfung auf dem Ausnahmeplaneten Erde Lehrende und Lernende zugleich sein sollten. In meinem Schreiben gehe ich davon aus,

- dass erstens der Absolutheitsanspruch der Lehre der Propheten für die Überwindung der irdischen Misere nicht gerechtfertigt ist,

- dass zweitens die generelle Einschätzung von Mitgliedern der FIGU, wonach „die bekannte irdische Literatur aus den Bereichen Religion, Wissenschaft, Philosophie und Kultur leider nur von geringem Wert“ sei, unbegründet ist (vgl. S. XVII),

- dass drittens das Nichtverstehen der Erdenmenschen, deren „Unlogik“ für „nicht erforschbar“ gehalten wird (vgl. SKB, S. 2303), derartige Fehleinschätzungen fördert.

 

Für berechtigt halte ich in diesem Zusammenhang jedoch die Frage, welchen Weg die Schöpfung gehen sollte, um die geistigen Nachfolger des Nokodemion zu den grundlegenden Ursachen der universellen Fehlentwicklung zu führen, nach denen sie 12 Milliarden Jahre vergeblich gesucht haben. Sollen weitere Milliarden Jahre vergehen, bis die Nokodemion-Linie aus sich selbst heraus zur Erkenntnis findet, oder muss die Schöpfung von außen „nachhelfen“? Warum kümmert sich die höchste Reingeistebene unseres Universums so intensiv um die Erdenmenschheit? Warum sprach Asket von der „schwierigsten Mission“, die je in unserem Universum zu erfüllen war (vgl. SKB, S. 340)?  Und warum wurde der Geist des Nokodemion ausgerechnet zur Erde geführt? Haben wir überhaupt noch Zeit für eine längere Suche? Wäre es möglich, dass uns die andere Seite nur noch die verbleibenden Lebensjahre des letzten Propheten Zeit lässt, um gemeinsam Lösungen zu finden?

 

Der Gegensatz zum Absolutheitsanspruch der Lehre der Propheten könnte sein, dass bestimmte Erkenntnisse, die irdischen Wissenschaftlern inspiriert wurden, einst universelle Bedeutung erlangen! Mir fiel ein ungewöhnlicher Zusammenhang auf, als ich im „Kelch der Wahrheit“ den Hinweis von Guido Moosbrugger zum „Beginn der Neuzeit im Jahre 1844“ fand (vgl. S. XVII). In eben diesem Jahr 1844 schrieb Karl Marx den bis heute von den Marxisten kaum beachteten Satz, wonach es um die „wahrhafte Auflösung des Widerstreits zwischen den Menschen mit der Natur und mit den Menschen“ gehe (vgl. Karl Marx; Ökonomisch-philosophische Manuskripte (1844), MEW, Ergänzungsband, Erster Teil, S. 536)!

 

Aus Ihren Aussagen „für das Dritte Jahrtausend“ wird immer wieder deutlich, für wie dringlich Sie es halten, dass die Erdenmenschen die „Lehre der Propheten“ aufnehmen und dass sie für sich selbst einen Weg finden, um zu einer schöpfungskonformen irdischen Entwicklung beizutragen. Was Sie sich nicht beantworten, ist die Frage, wieweit die „dummen“ Erdenmenschen unter den vorherrschenden gesellschaftlichen Bedingungen über die Möglichkeit verfügen, gemeinschaftlichen Anforderungen zu entsprechen. Karl Marx hat für die besonderen gesellschaftlichen Verhältnisse der irdischen Entwicklung der vergangenen Jahrtausende eine Antwort gegeben. Nach seiner Auffassung bestimmt das Sein das Bewusstsein! Was für den äußeren Beobachter objektiv selbst schädigend ist und aus oberflächlicher Sicht als „dumm“ bezeichnet wird, resultiert aus den Zwängen des gesellschaftlichen Systems, vor allem aus dem Privateigentum an Produktionsmitteln, aus dem Privatbesitz an Natur, aus der Konkurrenzökonomie und aus dem Überlebenskampf sowohl der Ausbeuter als auch der Ausgebeuteten. Die Denk- und Handlungsweise der Erdenmenschen wird prinzipiell durch ihre Arbeits- und Lebensbedingungen bestimmt! Die gesellschaftlichen, insbesondere die ökonomischen Verhältnisse dominierten und dominieren neben den Religionen in mehreren Entwicklungsphasen seit Jahrtausenden das Geistige! Marx spricht (im philosophischen Sinne) vom „historischen Materialismus“ und von „ökonomischen Gesellschaftsformationen“. Er spricht gar vom „dialektischen und historischen Materialismus“!

 

Die im Rahmen der genannten spezifischen Bedingungen sich entwickelnden Gesellschaften waren und sind Bereicherungs- und Verarmungsgesellschaften in sich historisch ausdehnender Form, deren tendenzielle Entwicklung von besonderen gesellschaftlichen Entwicklungsgesetzen bestimmt wird. Das Erkennen dieser Gesetzmäßigkeiten erfordert dialektisches Denken, wie es Karl Marx beispielgebend gezeigt hat.

 

Es könnte sein, dass die „Entartungen“ der Völker Nokodemions aus den damals herrschenden gesellschaftlichen Verhältnissen resultierten und dass sie mit den heutigen irdischen gesellschaftlichen Bedingungen vergleichbar sind, dass sich somit diese „Entartungen“ aus den Erkenntnissen von Karl Marx heute erklären lassen könnten. Eine gesetzmäßige Fehlentwicklung dieser Form wird bei Nichterkennen selbstverständlich auch ins Universum hinausgetragen! Sie schließt ein, dass nicht die einzelnen Menschen oder Regierungen schuld sind, sondern dass das vorherrschende gesellschaftliche System immer wieder Menschen und Repräsentanten formt, die sich systemkonform verhalten. Marx spricht vom tendenziellen Charakter des Wirkens der gesellschaftlichen und insbesondere der ökonomische Gesetze. Dass Nichterkennen der grundlegenden Ursachen gesellschaftlicher Fehlentwicklung und die Versuche ihrer Beseitigung müssen zu Fehlern und Folgefehlern führen. Einer dieser folgenschweren Fehler war die leidige Deportationspraxis!

 

Es stellt sich die Frage, wer den Erdenmenschen die Erkenntnisse zu den gesellschaftlichen Ursachen ihrer Fehl- und Negativentwicklung inspiriert. Die Antwort ist einfach: Wenn die Inspiration nicht von der höchsten universellen Geistesebene ausgeht, dann können die Inspiratoren nur jene „bösen“ Intelligenzen sein, die über Milliarden von Jahren unter den Fehlern jener „Guten“ zu leiden hatten, die zur Beseitigung der universellen Fehlentwicklung mittels „logischer Gewaltanwendung“ ungewollt  eigenständige gesetzmäßige Negativentwicklungen initiierten. Doch diese „Bösen“ mussten sich als nicht existent im Hintergrund halten, um von den „Guten“ nicht vernichtet zu werden. Sie konnten erst dann indirekt auf sich aufmerksam machen, als die Zeit zum Handeln für alle Beteiligten herangereift war. Vordem nutzten sie neutrale irdische Wissenschaftler, die sie zur Erkenntnis gesellschaftlicher Fehlentwicklung führten. Zu diesen neutralen Wissenschaftlern gehörte offenbar Karl Marx. Damit wird erklärbar, weshalb irdische Wissenschaftler in bestimmter Hinsicht mehr wissen können als von den Propheten gelehrt werden kann.

 

Die Beseitigung der Gefahren aus der irdischen Negativentwicklung erfordert die Veränderung der gesellschaftlichen und existenziellen Bedingungen. Dies zu ermöglichen, setzt jedoch das Einverständnis und Einvernehmen aller beteiligten Seiten voraus, insbesondere die Akzeptanz und die Zustimmung der verantwortlichen Kräfte der unterschiedlichen Hintergrundmächte! Die Lösung könnte darin bestehen, dass ausgehend von der Schaffung gesellschaftlich akzeptierter „Zellen der Gemeinschaftsökonomie“ alle derzeitigen Gesellschaftssysteme mit ihren Konkurrenzökonomien schrittweise durch eine weltweite Gemeinschaftsordnung abgelöst werden, in der Ökonomie nicht mehr als Wirtschaftlichkeit, sondern im Sinne rationeller Bedürfnisbefriedigung unter gemeinschaftlichen Lebensbedingungen verstanden wird. Bei Zustimmung aller Beteiligten könnte der weltweite Aufbau einer solchen Ordnung in Eigeninitiative der Erdenmenschen erfolgen und innerhalb von 200 statt in 800 Jahren abgeschlossen sein (vgl. XLVI). Er sollte von außen unterstützt werden. Die äußere Unterstützung wäre dadurch möglich, dass im Sinne der „neuen Ökonomie“ den Erdenmenschen die breite Nutzbarmachung der Raumenergie und der Einsatz von Multiduplikatoren gesichert werden.

 

Ich würde mich freuen, sehr geehrter Herr Meier, wenn Sie meine Ausführungen prüfen und bisherige eigene Entscheidungen überdenken würden.

 

Für Ihre weitere Tätigkeit wünsche ich Ihnen viel Kraft und Erfolg!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Werner Grundmann                        Berlin, den 18.11.2008, 21:56 Uhr

 

 

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