E-Mail vom 15.01.2009, 22:19 Uhr, an die Privatadresse eines FIGU-Miglieds

Veröffentlichung am 15.01.2009

 

 

Von Werner Grundmann                                   Berlin, den 15. Januar 2009

 

an ... und alle anderen Mitglieder der FIGU

 

 

Der Gaza-Krieg und der Gasstreit

 

Liebe Mitglieder der FIGU,

           trotz der Eskalation des Krieges im Gaza-Streifen schweigt sich Eduard Meier weiterhin aus. In meiner E-Mail vom 29. Dezember 2008 an alle Mitglieder der FIGU hatte ich meine Auffassung zum Gaza-Krieg dargelegt und auf eine mögliche Verschärfung der Situation für den gesamten Nahen Osten sowie auf die Interessen der Rüstungsindustrie an diesem Konflikt aufmerksam gemacht. Inzwischen dehnte Israel die anfängliche Bombardierung des Gaza-Streifens zu einem „ganz normalen“ Krieg unter Einsatz von Flugzeugen, Panzern, Artillerie, Seestreitkräften und Bodentruppen aus. Er forderte bereits über 1000 Todesopfer, verbrauchte viel Kriegsmaterial und gipfelt heute in Straßenkämpfen innerhalb der Stadt Gaza.

 

Es stellt sich die Frage, wieso die Hamas mit dem fortwährenden Raketenbeschuss Israels eine Situation provozierten, so dass Israel militärisch reagieren musste. Es fragt sich weiter, warum die Hamas ihre provokativen Aktionen fortsetzen, obgleich sie als politische und militärische Organisation in existenzielle Gefahr geraten sind. Wie kamen die politisch, militärisch und wirtschaftlich schwächeren Hamas zu der Wahnsinnsstrategie, das weitaus stärkere Israel immer wieder zu attackieren? Und weshalb „opferten“ die Hamas Hunderte Menschen der eigenen Zivilbevölkerung und große Teile ihrer Einrichtungen und ihrer Infrastruktur?

 

Ein analoges Geschehen – wenn auch auf andere Weise – vollzieht sich zurzeit zwischen Russland und der Ukraine im Streit um die Lieferung und Durchleitung von Erdgas. Die Ukraine fordert das wirtschaftlich stärkere Russland heraus, indem sie die Zahlung von Marktpreisen für Gaslieferungen und die Gasdurchleitung nach Südosteuropa und Mitteleuropa verweigerte. Zur „Lösung“ des Streits wurde und wird von den politisch und wirtschaftlich verantwortlichen Kräften der ukrainischen und russischen Seite seit dem Jahresanfang ein  nicht durchschaubarer Verhandlungskleinkrieg geführt, den selbst die vermittelnden EU-Experten nicht nachvollziehen können. Ab dem 7. Januar wurden die über die Ukraine führenden Gaseinspeisungen durch Gazprom eingestellt – trotz des strengen Winters und obwohl die zu versorgenden südosteuropäischen Länder meist über keine Gasreserven verfügen. Bei Millionen frierender Menschen, die auf die Gasversorgung angewiesen sind, wurden emotionale Haltungen mit unabsehbaren Folgen erzeugt! Sowohl die politische Führung Russlands als auch die der Ukraine verlor an Glaubwürdigkeit. Zwischen beiden Staaten gibt es einseitige Schuldzuweisungen, vergleichbar jenen nach dem Georgienkrieg im Jahre 2008!

 

In Anbetracht des unverständlichen, selbstschädigenden Verhaltens sowohl der Hamas und Israels im Gaza-Krieg als auch von Russland und der Ukraine im Gasstreit und der konträren Positionen, die bisher keine Lösungen ermöglichten, komme ich zur These, dass sich hinter beiden aktuellen Ereignissen eine äußere Beeinflussung mit einheitlicher Strategie verbirgt. Wenn dies zutrifft, geht es um eine von außen gesteuerte bewusste Zuspitzung der internationalen Lage. Dabei bedurfte es der Radikalisierung von relativ wenigen Personen und Kräften! Kleine Ursachen könnten große Wirkungen erzielen! Es sei an die beiden Weltkriege erinnert: Der Erste Weltkrieg begann nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers, der Zweite Weltkrieg folgte dem Überfall auf den Sender Gleiwitz. Die wahren Kriegsinteressen blieben den Menschen lange Zeit verborgen! Wir sollten deshalb – relativ unabhängig von den derzeitigen Ereignissen – genau verfolgen, welche weiteren Teufeleien im Jahre 2009 aus dem Hintergrund ausgeheckt werden, die ab dem Jahre 2010 „zwangsläufig“ zu einem dritten Weltkrieg führen könnten. Es müssen nicht immer konkurrierende Hintergrundkräfte sein, die die konträren Parteien beeinflussen! Wichtig aber ist es zu wissen, welche der Hintergrundkräfte an einem Weltkrieg mit möglicher Vernichtung der Erdenmenschheit aus bestimmtem Gründen interessiert sein dürfte. Aber vielleicht sind meine Bedenken gegenstandslos. Vielleicht hilft uns Eduard Meier doch noch aus dem irdischen Dilemma!

 

Bitte, liebe Mitglieder der FIGU, leisten Sie Ihren Anteil, damit uns die im Heft 252 des „Magazins 2000plus“ im März 2008 vorausgesagte „Erdkatastrophe“ im Jahre 2011 erspart bleibt!

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Mit freundlichen Grüßen

 

Werner Grundmann                                  Berlin, den 15.01.2009, 22:14 Uhr