E-Mail vom 16.03.2008, 17:56 Uhr, an info@figu.org  Veröffentlichung am 16.03.2008

 

 

Von

Werner Grundmann                                                                   Berlin, den 16.03.2008

 

an

alle Mitglieder der FIGU

 

Karl Marx verstehen!

 

Liebe Mitglieder der FIGU,

          vor 125 Jahren, am 14. März 1883, verstarb Karl Marx. Sein Name und sein Werk werden von der FIGU nach wie vor kaum erwähnt, obgleich er einer der größten Wissenschaftler unserer Menschheit war und das grundlegende Verstehen seines Werks unverzichtbar sein dürfte, um der Erdenmenschheit einen Weg aus ihrer Sackgasse zu erschließen. Die Ursache im Nichtverstehen und Negieren von Karl Marx durch Eduard Meier resultiert wohl insbesondere aus Marx’ ausgeprägt dialektischer („unlogischer“) Denkweise. Doch sicherlich spielt auch Eduard Meiers Ignoranz gegenüber jenen Menschen eine Rolle, die auf Karl Marx aufbauen und es als ihre Aufgabe betrachten, ihn in seiner Mission zu unterstützen. Ich meine insbesondere Maarten Dillinger, der Eduard Meier bis zu seinem mysteriösen Tod aus persönlichen Kontakten nahe stand. Dillinger war offenbar „die Wiedergeburt von Karl Marx“. „Das jedenfalls behaupten die Außerirdischen“ (vgl. Umschlagblatt zu Dillingers Buch <<Berg-PR-Edikt>>). Doch ich erinnere vor allem an sein Buch „Kosmisches Bewusstsein in der Zukunftsprojektion von Karl Marx und Friedrich Engels“, das im Verlag Michael Hesemann erschien. Dillinger zitiert eingangs OM, Kanon 38, Vers 190:

>> Nur darum ist im Menschen eine stete Ruhelosigkeit des Suchens nach der Wahrheit, weil in ihm die Ahnung liegt, dass die Schöpfung allein sein Schicksal und seine Bestimmung ist. <<

Auch mein heutiges Schreiben gilt dieser Bestimmung!

 

Kein anderer irdischer Wissenschaftler hat die dialektische Denkweise so beherrscht, tiefgründig angewandt und kam zu so weit reichenden Ergebnissen wie Karl Marx! Ich wage vorauszusagen, dass weder Eduard Meier noch die Plejaren die Nutzung der dialektischen Denkweise dauerhaft ignorieren können.

 

Anlässlich des Todestages von Karl Marx erschien am 14. März 2008 im „Neuen Deutschland“ ein Beitrag von Prof. Dr. Ekkehard Lieberam, Leipzig, über

„Wie aktuell ist Marx’ Klassentheorie wirklich?

Nicht Abschied, sondern theoretische Erneuerung“.

 

Professor Lieberam beschreibt in einfacher Form wesentliche Erkenntnisse aus der Marxschen Lehre. Das Akzeptieren und Verstehen eines Absatzes seiner Ausführungen könnte beitragen, Karl Marx besser verstehen zu lernen:

>> Die Kritik der Religion ist beendet, meinte Karl Marx Ende 1843: Es beginnt die Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse. Nicht in dem von Hegel gepriesenen Staat, sondern in der von ihm missachteten Gesellschaft liegt der Schlüssel zum Verständnis der gesellschaftlichen Entwicklung und zur Schaffung menschlicher gesellschaftlicher Verhältnisse. Dabei geht es nicht um den äußeren Schein der Dinge. Weil Erscheinung und Wesen nicht zusammenfallen, ist Theorie notwendig. Der Mensch ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen. Die Gesellschaft ist nicht die Summe der Individuen, sondern die Summe der Beziehungen zwischen ihnen. Die Anatomie der bürgerlichen Gesellschaft ist in der Ökonomie zu suchen. <<

 

Professor Lieberam geht danach auf die „Gesamtheit der Produktionsverhältnisse“, auf die „Klassenstruktur der Gesellschaft“ und auf die „Ausbeutungsverhältnisse“ ein, um später auf die durch die „neoliberale Kapitaloffensive“ „sozial tief gespaltene Gesellschaft“ zurückzukehren. Doch nicht die Klassenproblematik ist nach meiner Auffassung in der heutigen Zeit das Entscheidende, sondern jene Beziehungen, jene logisch nicht erfassbaren Wechselwirkungen, die sich im Rücken  der sozialen Auseinandersetzungen herausbilden und die ökologische Krise tendenziell verschärfen.

 

Durch das Einbeziehen der ökologischen Frage in die Gesamtbetrachtungen werden deshalb neue Begriffe dominant, die gleichfalls Wechselwirkungen kennzeichnen:

 

- Statt von gesellschaftlichen Verhältnissen müsste von Lebensverhältnissen gesprochen werden, worunter die gesamten Beziehungen der Menschen untereinander sowie die Wechselbeziehungen der Menschen mit ihrer gesamten planetaren Lebenswelt zu verstehen sind.

 

- Die Klassenfrage muss aus übergeordneter Betrachtung durch die Überlebensfrage ersetzt werden, die gewinnorientierte Privatökonomie zum Überleben durch die bedürfnisorientierte Gemeinschaftsökonomie!

 

- Der Weg zum Überleben führt über die Schaffung einer weltweiten hierarchischen, nicht an Staaten gebundenen Gemeinschaftsordnung, wobei Besitz an Natur generell nur in eingeschränkt zulässig und Gemeineigentum als vorherrschende Eigentumsform anzustreben ist.

 

Die entscheidende Aussage von Karl Marx zur angedeuteten Problematik findet sich in den „Ökonomisch-philosophischen Manuskripten aus dem Jahre 1844“: Für Marx ist der Kommunismus „die wahrhafte Auflösung des Widerstreites zwischen dem Menschen mit der Natur und mit dem Menschen“ (vgl. MEW, Ergänzungsband, Erster Teil, Berlin 1968, S. 536). Wiederum geht es ihm um Wechselbeziehungen! Auch die Lösung des irdischen Überbevölkerungsproblems ist ohne Berücksichtigung der innerhalb der Weltgesellschaft und innerhalb der nationalen Gesellschaften bestehenden wechselseitigen Zusammenhänge nicht möglich!

 

Hoffen wir gemeinsam, dass auch Eduard Meier und die Plejaren endlich begreifen, was sie von den „dummen“ Erdenmenschen lernen können!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Werner Grundmann                                      Berlin, den 16.03.2008,  17:56 Uhr