E-Mail vom 09.07.2008, 15:43 Uhr an info@figu.org und (über Cc:) an de@figu.org

Veröffentlichung am 10.07.2008

 

 

 

Von Werner Grundmann                                                Berlin, den 9. Juli 2008

 

an alle Mitglieder der FIGU

 

 

Iran hat Lang- und Mittelstreckenraketen getestet!

 

Liebe Mitglieder der FIGU,

        die ARD zeigte heute, am 9. Juli 2008, im Frühstücksfernsehen Tests von iranischen Raketen, die atomar bestückt werden könnten.

 

Unter http://www.tagesschau.de/ausland/iran100.html  fand ich folgende ausführlichere Informationen:  

 >> Die iranischen Streitkräfte haben nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens neun Lang- und Mittelstreckenraketen getestet. Die Raketen wurden während eines Manövers der Revolutionsgarde im Persischen Golf abgefeuert. Unter ihnen war den Angaben zufolge auch eine neue Version der Schahab-3, die mit einer Reichweite von 2000 Kilometern israelisches Territorium oder US-Stützpunkte in der Golfregion erreichen könnte.

 

Der Marine-Kommandeur der Nationalgarde, General Hossein Salami, erklärte, die Übung demonstriere die Entschlossenheit des Landes gegenüber Feinden, die Iran in den vergangenen Wochen bedroht hätten. …

 

Die USA forderten die iranische Regierung auf, den Bau und die Tests von Mittel- und Langstreckenraketen unverzüglich aufzugeben. Die Entwicklung dieser Raketen, die auch atomar bestückt werden könnten, verstoße gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Gordon Johndroe, am Rande des G8-Gipfels in Japan. Teheran sei ein "großzügiges Angebot an Belohnungen" gemacht worden, wenn es seine nuklearen Anreicherungsprogramme aufgebe. Die USA und Israel schließen einen Angriff auf Iran nicht aus, um zu verhindern, dass das Land in den Besitz von Atomwaffen kommt. Israel hatte im Juni im Rahmen eines Manövers Flugzeuge über das östliche Mittelmeer geschickt. In US-Kreisen hieß es, es könne eine Übung für einen Angriff auf eine iranische Atomanlage sein. …

 

Vor wenigen Tagen hatte der Befehlshaber der Revolutionsgarde, General Mohammed Ali Dschafari, noch einmal deutlich gemacht, dass Iran jeden Angriff auf eine seiner Atomanlagen als Beginn eines Krieges betrachten werde. <<

 

 

In einem Link verweist tagesschau.de auf einen Beitrag von Christian Radler über „Zeit ist der entscheidende Faktor“. In ihm werden auch die Oliver Thränert, ein Berliner Nahostexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik, und Michael Eisenstadt, ein US-Politikwissenschaftler, zitiert. Im Beitrag von Christian Radler heißt es:

>> Noch arbeiten die Diplomaten unter Hochdruck an einer Lösung im Streit um Irans Atomprogramm. Doch längst ist klar, dass auch die Planungen für eine militärische Option auf Hochtouren laufen. …

 

Israel wäre allerdings auch besonders verwundbar durch eine Atombombe. Unter Militärexperten wird der Staat auch "Ein-Bomben-Land" genannt, weil es durch eine einzige Atombombe praktisch ausgelöscht werden könnte. …

 

Einig sind die beiden Politologen [Eisenstadt und Thränert] sich auch darin, dass der Ölpreis im Falle einer Bombardierung Irans weiter anstiege. Iran könnte den Export einstellen, zusätzlich die Seestraße von Hormus blockieren, durch die 90 Prozent des Öls aus der Golfregion transportiert werden. So unsicher die Erfolgsaussichten eines Angriffs also wären - der Preis wäre neben zehntausenden Toten fast sicher eine weltweite Wirtschaftskrise.  <<

 

Mein Kommentar: Wenn die Iraner derartige Lang- und Mittelstreckenraketen besitzen, testen und über ihr Fernsehen der Weltöffentlichkeit präsentieren, dann geht in der ersten Phase eines provozierten Krieges gegen den Iran nicht nur um einen einseitigen Überfall auf die iranischen Atomanlagen; vielmehr sind sofort Gegenreaktionen des Iran zu erwarten, die unmittelbar sowohl Israel betreffen als auch US-Stützpunkte in der Golfregion! Wir hätten sofort einen richtigen „kleinen“ Krieg, in den in kürzester Zeit der gesamte Nahe Osten einbezogen werden könnte! Dann bliebe bis 2011 hinreichend Zeit, um die vorhergesagte „Erdkatastrophe“ zu inszenieren!

 

Wie lang will die FIGU die gezielte Vorbereitung eines atomaren Weltkrieges aus ihren Veröffentlichungen noch heraushalten?

 

Mit großer Sorge

 

Werner Grundmann                            Berlin, den 09.07.2008, 15:44 Uhr