E-Mail vom 06.07.2008, 11:39 Uhr, an info@figu.org und (über Cc:) an de@figu.org

Veröffentlichung am 6. Juli 2008

 

 

 

Von Werner Grundmann                                                  Berlin, den 6. Juli 2008

 

an alle Mitglieder der FIGU

 

 

Armageddon in Nahost?

 

Liebe Mitglieder der FIGU,

        in der Wochenendausgabe des „Neuen Deutschland“ vom 5./6. Juli 2008 erschien auf der Seite 1 eine Gastkolumne des iranischen Politologen und Publizisten Behrouz Khosrozadeh, der 1959 in Buschehr (Iran) geboren wurde und in Deutschland lebt. Die Gastkolumne trägt den Titel „Armageddon in Nahost?“. Nachfolgend habe ich Ihnen die Kolumne mit vollem Wortlaut aus der Online-Ausgabe von www.neues-deutschland.de kopiert:

 

„Die auffällig hektisch-nervösen diplomatischen und militärischen Begegnungen und Bewegungen auf höchster Ebene wegen des Iran sind seit dem Irak-Krieg beispiellos und deuten auf ein kurz bevorstehendes Desaster hin. Die USA und Israel heizen den Ofen des Krieges an, die EU hofft noch auf eine Abwendung des Schlimmsten.

 

Bezeichnend für die dramatische Entwicklung in der Krise ist ein Interview mit dem Oberbefehlshaber der Revolutionswächter, Generalmajor Mohammad Ali Dschafari. »Ein US-Angriff ist ernster geworden«, sagte Dschafari, der deutlich machte, dass Teheran mit einem Krieg rechnet und darauf vorbereitet ist. Umfassende landesweite Reorganisierungsmaßnahmen und Personalveränderungen auf der Kommandoebene der Revolutionswächter zum Zwecke einer effizienteren Verteidigung sind unmittelbare Reaktionen auf den Ernst der Kriegsgefahr. Dschafari warnte die Nachbarstaaten vor einem Angriff auf Iran über ihre Territorien. Auffällig sind die Drohungen gegen Israel, das aufgrund seiner mangelnden strategischen Tiefe (ein winziges Land, das in der Reichweite iranischer Raketen liegt) auf jeden Fall verwundbar ist. Er sprach auch über die Maßnahmen zur Minderung und Begrenzung des Schadens durch einen Angriff.

 

Das ist eine dramatische Aussage, die im Kern beinhaltet, dass Teheran einen Militärschlag erwartet und Maßnahmen ergreifen will, um vernichtenden Schaden abzuwenden. Was den Gottesstaat sehr beunruhigt, ist das Manöver der israelischen Luftwaffe im vergangenen Monat, die mit 100 Kampfflugzeugen über eine Strecke erfolgte, die genau der Entfernung von Tel-Aviv zur iranischen Anreicherungsanlagen in Natanz entspricht. Die Kriegsflagge, die aufgrund des entlastenden Berichts der US-Geheimdienste über das iranische Atomprogramm Ende 2007 gesenkt worden war, wurde nun von der Führung Israels mit einer sehr gefährlichen Entschlossenheit wieder erhoben. Israel will den Wechsel im Weißen Haus nicht abwarten und die Bush-Administration scheint Rückendeckung zu gewähren. Die USA werden schnell involviert sein, sobald die israelische Luftwaffe die Route Jordanien-Irak benutzt, da Irak unter US-Kontrolle steht.

 

Das neue Angebotspaket des EU-Außenbeauftragten Javier Solana, das Mitte Juni Iran unterbreiten wurde, enthält keine Nichtangriffs-Garantie. Das Paket weicht nicht sehr von dem von 2006 ab. Es sieht so aus, als ob die resignierten Europäer sich mit Solanas dürftiger »Geste des guten Willens« aus der Affäre ziehen wollten. Nimmt Iran das Angebot nicht an und stoppt nicht sein Atomprogramm, dann ist dies seine Verantwortung. Iran soll zu Verhandlungen gezwungen werden, die auf die endgültige Einstellung seines Nuklearprogramms abzielen; dabei soll der Stopp des Atomprogramms die Verhandlungsbedingung sein. Eine absurde Sprache der Gewalt und Demütigung.

 

In Teheran fordern einige prominente Konservative die Annahme des Angebots. Ihr Grund: Die Amerikaner wünschten eine Ablehnung Irans, damit sie zuschlagen können. Teheran wäre gut beraten, einer befristeten Einstellung seines Atomprogramms zuzustimmen. Die Regierung Ahmadinedschads hat nicht das Recht, das eigene Haus mit 70 Millionen Menschen in Flammen aufgehen zu lassen.

 

In europäischen Hauptstädten, besonders in Madrid, fanden am Vorabend des Irak-Krieges die größten Massendemonstrationen gegen den Krieg statt. Die Dimensionen eines Iran-Krieges würden ganz gewiss die des Irak übertreffen. Europas Schweigen ist verantwortungslos. “

 

Die Gastkolumne des iranischen Politologen und Publizisten Behrouz Khosrozadeh spricht für sich! Wenn man zudem davon ausgeht, dass die Kräfte des Ashtar Sheran sowohl die derzeitige amerikanische und israelische Führung als auch die des Iran beherrschen, dann sind inspirative „Manipulationen“ in jede Richtung möglich. Wer im betrachteten Zusammenhang Verantwortung trägt und sie nach wie vor negiert, geht die Gefahr ein, dass nicht nur ein Nahost-Armageddon provoziert wird! Sie, liebe FIGU-Mitglieder, sind mit dafür verantwortlich, dass sich Eduard Meier auf sich selbst besinnt!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Werner Grundmann                                  Berlin, den 6. Juli 2008, 11:39 Uhr