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Werner Grundmann                                          Berlin, den 8. Dezember 2009

 

an alle Mitglieder der FIGU

 

Eduard Meier kann das Individualisieren nicht lassen!

Offene Antwort auf den Offenen Brief Nr.9 der FIGU vom Dezember 2009

 

Sehr geschätzte Mitglieder der FIGU,

     die FIGU veröffentlichte Anfang Dezember 2009 den fünfseitigen Offenen Brief Nr. 9. Er ist an „alle Mitmenschen“ gerichtet. Das „Konzept stammt von Nicolas Weis, Deutschland; die „Redigierung und Ausarbeitung“ nahm „Billy“ vor. Dem Brief wurde das folgende Zitat vorangestellt:

«Der Weg ist alles, Bewegung ist alles; gäbe es nur das Ziel und den Anfang aber keine Bewegung, dann wäre alles ein einziger Punkt, und alles Existente würde zum Nichtsein. Der Weg, oder anders ausgedrückt, das Dynamische ist die Evolution.»

 

Der Brief ist „von Mensch zu Mensch … auf gleiche Augenhöhe gerichtet“. Er geht von all dem Unheil auf unserer Erde aus, von „Umweltzerstörungen, Terrorismus, Gewalt in Familien, Raubzügen, Gemetzel und Kriegen“. Weiter schreiben die Autoren: „Es gibt eine Quelle all dieser Übel, und diese liegt in uns selbst, nicht ausserhalb, nicht irgendwo in den Händen eines imaginären Gottes, Engels oder Heiligen. Aus dieser Quelle geht alles hervor, was wir Menschen an Handlungen und Taten vollbringen, denn sie beinhaltet die Möglichkeit der Selbstbestimmung.“ All „das Böse und die Übel [beginnen] in uns selbst, weil wir sie selbst entwickeln, wonach wir dann alles zur Ausführung bringen“.

 

Als fiktives Beispiel nutzen die Autoren einen neidischen Mann, der „sich jeden Tag 10 Stunden an seinem Arbeitsplatz [abmüht]“, nach Hause kommt, „den Porsche Carrera seines Nachbarn [sieht], der seiner Meinung nach nicht so viel arbeitet wie er selbst“ und eines Tages beginnt, über den Nachbarn Lügen zu verbreiten, „die Lichtjahre von der Wahrheit entfernt sind“. „Die Lügen und Verleumdungen des arbeitsamen Mannes sind jedoch ungerecht (Lügen und Verleumdungen sind immer ungerecht), denn der Nachbar hatte für seinen Porsche Carrera früher ebenso hart gearbeitet, um sich das Auto leisten zu können. Er war weder ein reicher Firmenboss oder einer, der Geld unterschlagen hat, noch ist er ein anderer Krimineller, sondern er ist ein Kleinunternehmer, der bei Null angefangen und seine Firma in eine gute Position im Weltmarkt gebracht hat, und zwar in ehrlicher und jahrzehntelanger, harter Arbeit.“ Zwischen den Nachbarn entsteht ein Streit, der eskaliert und zu Zerstörungen des Porsche sowie von Teilen des Hauses und des Gartens des Lügners führt.

 

Die Darlegungen zum fiktiven Beispiel erscheinen einsichtig. Jedoch werden wesentliche Fragen weder gestellt noch beantwortet: Wie entsteht der Neid des arbeitsamen Mannes? Ist der Neid lediglich eine angeborene Charaktereigenschaft oder verbirgt sich mehr dahinter? Ist der Begriff Neid überhaupt zutreffend? Ist es nicht vielmehr ein Ärgernis und eine große Ungerechtigkeit für einen hart arbeitenden lohnabhängigen Menschen, wenn er das finanzielle Ergebnis seiner Arbeit mit dem eines Unternehmers vergleicht, wenn er spürt, dass er niemals die Chance hat, einen gleichwertigen Lebensstandard zu erreichen, auch wenn er lebenslang noch so hart arbeitet? Und wie muss erst ein Mensch empfinden, der über viele Jahre trotz aller Bemühungen arbeitslos geblieben ist und mit einer „sozialen“ Unterstützung abgespeist wird? Kann man unter den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen einem „überflüssigen“ Menschen auf „gleicher Augenhöhe“ begegnen, wenn sich dieser als minderwertig betrachtet, weil ihm materielle Voraussetzungen fehlen?

 

Das im Offenen Brief Nr. 9 gewählte Beispiel übertüncht die wahren, die unüberbrückbaren Gegensätze zwischen Arm und Reich innerhalb der irdischen Gesellschaften! Eine Gesellschaftsordnung, die infolge des dominanten Privatbesitzes an Produktionsmitteln, an Reichtümern der Natur, an Immobilien und an Wertformen Superreichtum auf der einen Seite ermöglicht und zugleich bitterste Armut schafft, in der Konkurrenz, Ausgrenzung und Obdachlosigkeit „normal“ und alltäglich sind, erzeugt Menschen mit anderen Eigenschaften und Verhaltensweisen als etwa eine autark lebende Menschengemeinschaft im Urwald des Amazonas, in der jeder Mensch gebraucht wird und eine Aufgabe hat. Daraus folgt, dass die gesellschaftlichen bzw. gemeinschaftlichen Bedingungen auf der Basis der jeweiligen Eigentums- und Besitzverhältnisse die Menschen formen! Der Mensch ist in seiner Verhaltensweise wesentlich ein Produkt seiner gesellschaftlichen Umgebung! Wer dies negiert, missachtet die Erkenntnisse solch großer irdischer Wissenschaftler wie jene von Karl Marx und Friedrich Engels! Es ist dabei nicht entscheidend, ob es einzelnen tüchtigen Menschen persönlich gelingt, gesellschaftliche Schranken zu überwinden. Entscheidend ist die Tendenz der Gesamtentwicklung.

 

Wer so weit geht, „Sprit fressende“ Luxus-Automobile „abzufackeln“ – wie dies in bestimmten Berliner Stadtbezirken immer wieder geschieht –, ist sicherlich nicht neidisch auf deren Eigentümer, wohl aber zornig auf ein Gesellschaftssystem, das trotz bürgerlicher Demokratie riesige soziale Gegensätze produziert bzw. nicht verhindert. Es ist zwar nicht akzeptabel, aber auch nicht verwunderlich, wenn Menschen – um Zeichen zu setzen – in ihrer Ohnmacht, die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern zu können, zu kriminellen Handlungen übergehen, auch wenn sie ihre eigene Lebenswelt schädigen.

 

Was beim Auto-Anzünder zutiefst als individuelle Verhaltensweise erscheint, ist im gesellschaftlichen Rahmen lediglich eine Form des Protestes von Ausgegrenzten, Ausgebeuteten und Betrogenen gegenüber den vorherrschenden gesellschaftlichen Bedingungen. Der vorgeblich rein individuelle Weg erweist sich heute als Teil des gemeinsamen Weges aller Mitglieder einer Gesellschaft, die – ob reich oder arm – von der anonymen Macht des Kapitals beherrscht werden. Alle Menschen einer Nation sind über eine gemeinsame Währung, über ein einheitliches Rechtssystem und Bildungssystem, durch historische Verpflichtungen etc. in einen komplexen Zusammenhang eingeordnet und wechselseitig voneinander abhängig. Würde der Einzelne seinen Weg völlig allein gehen, müsste er scheitern!

 

Die große Frage, vor der wir hinsichtlich des zu beschreitenden Weges stehen, bezieht sich nicht primär darauf, ob wir dem Einzelnen seinen Weg innerhalb der gegebenen gesellschaftlichen Verhältnisse gehen lassen, sondern ob die gesellschaftlichen Bedingungen von verantwortungsbewussten wissenden Menschen schrittweise so verändert werden können, dass wir einen gemeinsamen Weg finden, auf dem keiner ausgegrenzt, keiner zurückgelassen und keiner übervorteilt wird sowie alle entsprechend ihren Fähigkeiten zum Erreichen gemeinschaftlicher Ziele einbezogen werden, insbesondere auch zur Befriedigung nicht marktwirtschaftlich relevanter Grundbedürfnisse. Dies würde allerdings erfordern, das gewinnorientierte Wirtschaften schrittweise durch eine bedürfnisorientierte Ökonomie im Sinne der rationellen Befriedigung gemeinschaftlich anerkannter Bedürfnisse abzulösen!

 

Würde der gemeinschaftliche Weg von allen Nationen und Kulturen rechtzeitig gegangen und die Erhaltung der irdischen Lebenswelt als eines der unverzichtbaren Grundbedürfnisse anerkannt werden, dann ließen sich auch die Gefahren einer Klimakatastrophe abwenden!  Doch wer eine weltweit zu bewältigende Gemeinschaftsaufgabe in erster Linie über einen Appell an den Einzelnen zu lösen versucht, negiert die global existenten nicht beherrschbaren privaten Interessen, sich zu Lasten der Natur und auf Kosten anderer Menschen zu bereichern. Er macht sich damit mitschuldig am Niedergang der Erdenmenschheit.

 

Den Weg zum Überleben der Menschheit gemeinschaftlich zu gehen, schließt selbstverständlich das Einbeziehen aller an der Entwicklung der Menschheit beteiligten Kräfte ein, insbesondere auch jener Intelligenzen, die negativ dominant und an den universellen Ausnahmeplaneten Erde gebunden sind. Das Ignorieren dieser Kräfte ist gleichbedeutend mit einem Todesurteil für die Erdenmenschheit, weil sie über die wahre Macht über die Erde verfügen. Indem Eduard Meier – entgegen den Erfahrungen eigener geistiger Vorgänger – weiterhin von einem „imaginären Gott“ spricht, überlässt er die Menschheit der Erde ihrem Untergang!

 

Der Offene Brief Nr. 9 der FIGU dient der Selbstbestätigung von Eduard Meier. Der Brief soll zeigen, was seine Schüler hinsichtlich der Individualisierung von ihm gelernt haben. Er braucht diese Bestätigung, um sich nicht einzugestehen, dass seine geistigen Vorgänger im Verlaufe von Milliarden Jahren die Individualisierung zu einer falschen Grundlage ihrer Politik erhoben haben. Die Individualisierung von Straftaten war eine Voraussetzung, dass es zur planetaren Spaltung von Positiv und Negativ, von Gut und Böse kam – mit verheerenden universellen Folgen. Das Individualisieren ermöglichte das Verdrängen der Existenz jener Hintergrundkräfte, die aus der planetaren Verletzung des universellen Gesetzes der Einheit von Positiv und Negativ entstanden sind, was zur universellen Spaltung der Schöpfung geführt hat. Heute geht es zunächst um die Schaffung irdischer Bedingungen, die ein weiteres  Gegeneinander gar nicht erst entstehen lassen. Dies schließt ein, die wahren Gründe zu akzeptieren, warum die irdische Schöpfung im universellen Rahmen eine Ausnahme und die Erde zu einem „Kriegsplaneten“ werden konnte. Entweder wir gehen den Weg zur Wiederherstellung der Einheit der Schöpfung, oder es kommt zur universellen Katastrophe! Letztlich steht die Ideologie der Individualisierung gegen die gesamte Schöpfung!

Der gemeinsame Weg zu gemeinschaftlichen Zielen ist die Lösung! Doch wenn wir jeden Menschen seiner eigenen Entscheidung überlassen, werden wir alle scheitern!

 

Bitte, liebe FIGU-Mitglieder, nehmen Sie ihre große Verantwortung wahr und gehen Sie zusammen mit Eduard Meier auf dem gemeinsamen Weg voran!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Werner Grundmann                      Berlin, den 08.12.2009, 21:53 Uhr

 

 

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