E-Mail vom 03.06.2007, 00:42 Uhr, an info@figu.org         Veröffentlichung am 03.06.2007

Der E-Mail an die FIGU fügte ich meinen ersten Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel bei.

 

==================Beginn der E-Mail an die FIGU

Von Werner Grundmann

 
an alle Mitglieder der FIGU
 
 
Liebe Mitglieder der FIGU,
                                    nachfolgend übersende ich Ihnen zur Information den Text einer ersten E-Mail, die ich am 02.06.2007 um 22:30 Uhr über eine
                                         "weltweite Gemeinschaftsordnung"
an die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Angela Merkel, gesandt habe. Dem Brief hatte ich als Datei die "Erkenntnisse aus den Berliner Thesen ..." beigefügt.
 
Darüber hinaus teile ich Ihnen mit, dass die Veröffentlichung meiner E-Mail an Christian Krukowski, FIGU, am 30. Mai 2007 auf meinen Web-Seiten unter
                            www.wbgrundmann.de
sehr aufmerksam aufgenommen wurde und am 30.5. zu 174 sowie am 31.5. zu 234 Zugriffen führte. Das ist für einen Brieftext, der nicht herunter geladen werden kann, außergewöhnlich hoch.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Werner Grundmann            Berlin, den 03.06.2007, 00:42 Uhr
 
==================Ende der E-Mail an die FIGU

 

 
---------------------------Beginn der E-Mail an Angela Merkel
 
 

 

Dipl.-Wirt.-Math. Werner Grundmann        

 

 

Bundeskanzleramt

Bundeskanzlerin

Frau Dr. Angela Merkel persönlich

Willy-Brandt-Straße 1

10557 Berlin

 

 

Schaffung einer Gemeinschaftsordnung zur Verhinderung der Klimakatastrophe

 

Sehr geehrte Frau Merkel,

                                          ich möchte Sie persönlich über wissenschaftliche Arbeitsergebnisse informieren, deren Anwendung zur Verhinderung einer Klimakatastrophe bedeutsam sein könnte. Sie liegen in Form einer wissenschaftlichen Konzeption vor und konnten im Mai 2007 über die Internet-Adresse www.bwgrundmann.de veröffentlicht werden.

 

Bei der Erarbeitung der Ergebnisse wurde von einer Erweiterung der Marxschen Lehre ausgegangen, indem die weltweit vorherrschende Gesellschaftsordnung nicht nur als Ausbeutungssystem, sondern als Bereicherungs- und Verarmungssystem im umfassenden Sinne betrachtet wird. Die tendenzielle Verarmung unserer natürlichen Lebensgrundlagen durch private und gesellschaftliche Bereicherung zu Lasten der Nachwelt ist ein grundlegender Aspekt der derzeitigen Entwicklung. Der von Lenin eingeleitete sozialistische Weg zur Lösung der sozialen Frage unter Verdrängung der ökologischen Problematik wurde einer grundsätzlichen Kritik unterzogen. Zur Erhaltung der irdischen Schöpfung wird die schrittweise Schaffung einer weltweiten Gemeinschaftsordnung vorgeschlagen, was eine einheitliche Lösung der ökologischen und der sozialen Frage erfordern würde. Die neue Ordnung sollte sowohl Gemeinschaftlichkeit zwischen den Menschen, Völkern und Kulturen als auch Gemeinschaftlichkeit mit allen anderen irdischen Lebensformen einschließen.

 

Die einheitliche Lösung der ökologischen und der sozialen Frage würde ein einheitliches ökonomisches Herangehen und damit die Anwendung einer Ökonomie neuer Qualität erfordern. Ökonomie in diesem Sinne wäre als rationelle Bedürfnisbefriedigung zu verstehen. Um ihren Anforderungen bestmöglich zu entsprechen, müsste im Verlaufe von Jahrzehnten auf demokratischem Wege schrittweise weltweit Gemeineigentum und (eingeschränkter) Gemeinbesitz an Natur eingeführt werden. Unter solchen Bedingungen ist wahre Ökonomie als Gemeinschaftsökonomie aufzufassen.

 

Das Entstehen der neuen Ordnung ist innerhalb der bestehenden Ordnungen möglich. Die Anfänge der neuen Ordnung könnten durch die Schaffung von (staatlich anerkannten und geförderten) Zellen der Gemeinschaftsökonomie initiiert werden, die sich eigenständig bilden und verwalten. Im Verlaufe einer längeren Zeit würden sich die Zellen zu Organen und weiter zu eigenständigen Systemen der Gemeinschaftsökonomie vereinen und das vorherrschende marktwirtschaftliche Denken und Handeln schrittweise verdrängen. In Gegenüberstellung zur Gemeinschaftsökonomie müsste die heute vorherrschende Ökonomie nach Engels als Privatökonomie bezeichnet werden.

 

Bei der anzustrebenden Ordnung würde es sich um eine Formation neuer ökonomischer Qualität im Marxschen Sinne handeln, um eine ökonomische Gemeinschaftsformation, also  um keine Gesellschaftsformation. Ihre weltweite schrittweise Akzeptanz käme dann zustande, wenn erstens immer mehr Menschen begreifen, dass uns das Wirken der Privatökonomie tendenziell in eine Klimakatastrophe, in einen Weltbrand, führt und wenn sich zweitens das rechtzeitige fortschreitende Anwenden der „neuen“ Ökonomie als Überlebensökonomie erweist.

 

Die vorliegenden Erkenntnisse sind als Zwischenergebnisse der langjährigen Suche sowohl nach den grundlegenden Ursachen des Scheiterns des Sozialismus als auch nach einer primär ökologisch orientierten Gesellschaftsordnung aufzufassen. Erste Ergebnisse entstanden während meiner Tätigkeit im Rahmen des Wissenschaftler-Integrationsprogramms in den neunziger Jahren an der Technischen Universität Berlin. Nach meiner Berentung im Jahre 2000 setzte ich meine Arbeiten kontinuierlich fort.

 

Die neuen Erkenntnisse wurden in die

Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung

aufgenommen und im Umfange von 70 Seiten erstmalig im Mai 2007 auf meiner Homepage www.bwgrundmann.de zusammen mit anderen Beiträgen veröffentlicht.

 

Die Berliner Thesen sind als wissenschaftliche Konzeption aufzufassen. Ihre generelle Beweiskraft ergibt sich aus der Begründung der einzelnen Thesen, der Abstimmung der Thesen untereinander sowie aus der weitgehenden Geschlossenheit der Betrachtungen. Die Thesen richten sind insbesondere an Wissenschaftler und Politiker.

 

Um den interessierten Lesern einen Überblick zum Gesamtergebnis und zu den Grunderkenntnissen zu vermitteln, habe ich das Wichtigste aus den Berliner Thesen in den

Erkenntnissen aus den Berliner Thesen

für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung

auf sieben Seiten zusammengefasst.

 

 

Dass Sie, sehr geehrte Frau Merkel, zu den Ersten gehören, an die ich mich mit meinen Thesen wende, hat mehrere Gründe:

 

Erstens haben wir durch das Studium an der Karl-Marx-Universität Leipzig den gleichen Bildungshintergrund. Als künftiger Wirtschaftsmathematiker erhielt ich meine Ausbildung insbesondere am Mathematischen Institut und an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Meine von Marx und Engels gelernte dialektische, historische und ökonomische Denkweise werden Sie sicherlich nachvollziehen können.

 

Zweitens waren Sie mehrere Jahre als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit tätig.

 

Drittens kenne ich aus der Presse Ihre Aufgeschlossenheit für konstruktive Hinweise, die  „von unten“ kommen.

 

Viertens spreche ich Sie in Ihrer Verantwortung als Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland an.

 

Ich bitte Sie, die Berliner Thesen sowie die Erkenntnisse aus den Thesen hinsichtlich der entscheidenden Aussagen kritisch durchzusehen, erwarte jedoch keine Stellungnahme. Insbesondere bitte ich Sie zu prüfen, ob Sie die Entstehung und Eigenentwicklung der von mir vorgeschlagenen Zellen der Gemeinschaftsökonomie als Bundeskanzlerin tolerieren oder gar unterstützen können. In einer ersten Phase würde es vor allem darum gehen, interessierten Arbeitslosen und wirtschaftlich Gescheiterten marktwirtschaftlich nicht Verwertbares kostenlos zur eigenständigen Nutzung und Erhaltung in Gemeineigentum bzw. Gemeinbesitz zu übertragen. Dabei sollte das entscheidende Ziel sein, in absehbarer Zeit eine weitgehende Eigenversorgung der Zellenmitglieder zu ermöglichen und eine selbst tragende Entwicklung der Zellengemeinschaften einzuleiten, aber zugleich Mittel aus dem Staatshaushalt einzusparen. Ich denke insbesondere an die Übertragung leer stehender Wohnbausubstanz, brach liegender landwirtschaftlicher Nutzflächen und still gelegter Kleinbetriebe in Gemeineigentum bzw. Gemeinbesitz.

 

Diesen Brief werde ich Ihnen sowohl über Ihre Dienstadresse als auch zur Privatadresse übersenden, weil ich mir dadurch erhoffe, dass Sie zumindest eines der Schreiben erhalten.

 

Ergebnisse aus den Berliner Thesen hatte ich in den vergangenen Monaten bereits an Gregor Gysi gesandt. Es kam zu einem nützlichen, verständnisvollen Gedankenaustausch mit Dieter Liehmann, dem persönlichen Referenten von Gysi, aber letztlich zu keinem Ergebnis. Dieter Liehmann empfahl mir, die (inzwischen ins Internet gestellte) Ausarbeitung  

Zur notwendigen Schaffung einer weltweiten Gemeinschaftsordnung

zur Veröffentlichung einzureichen.

 

Bereits am 22. August 2005 hatte ich mich mit einem 36seitigen Entwurf der Berliner Thesen an das Europabüro von Dr. sc. André Brie gewandt. Der Entwurf wurde zwar mit großem Interesse aufgenommen, jedoch kam es zu keiner Vereinbarung.

 

Mir liegt es fern, mit meinen Ergebnissen selbst als öffentliche Person wahrgenommen zu werden. Doch ich suche nach Wegen, um meine Erkenntnisse bekannt und nutzbar zu machen.

 

Obgleich ich von „meinen Erkenntnissen“ spreche, bin mir jedoch darüber im Klaren, dass ich ohne äußere Unterstützung nicht zu den neuen Aussagen gekommen wäre. Seit Jahren bin ich mir geistiger Führung bewusst, wodurch mir all wichtigen Erkenntnisse inspiriert wurden. Für Sie als Christin könnte eine solche Aussage glaubwürdig sein; Gregor Gysi gegenüber darf ich sie wohl nicht erwähnen. Ich kann allerdings an dieser Stelle auf spezifische Hinweise zur geistigen Unterstützung nicht näher eingehen. Doch sie sind real gegeben und mir seit einigen Jahren zutiefst bewusst. Es wäre anmaßend von mir zu behaupten, dass ich aus eigenem kreativem Schaffen im konzeptionellen Sinne zu einer Erweiterung der Marxschen Lehre gekommen bin.

 

Es geht in diesen Jahrzehnten um außerordentlich viel, vielleicht um alles. Ich halte es deshalb für unumgänglich, alle Vorbehalte, die aus der Zeit des kalten Krieges noch existieren, fallen zu lassen, damit wir gemeinsam einen Weg zum Überleben der Menschheit finden. Ich hoffe, einen Beitrag dazu leisten zu können. Wegen der außerordentlichen Bedeutung der behandelten Problematik bitte Sie, mir wenigstens den Empfang meiner E-Mail umgehend  bestätigen zu lassen. Mir ist bewusst, dass sie Zeit brauchen, die mögliche Existenz einer „neuen“ Ökonomie zu akzeptieren. Selbstverständlich würde ich für ein internes Gespräch gern zur Verfügung stehen.

 

Beigefügt übergebe ich Ihnen die „Erkenntnisse aus  Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung“.

 

Ich wünsche Ihnen für Ihre verantwortungsvolle Tätigkeit viel Kraft und Kreativität zum Wohle der Menschheit!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Werner Grundmann                                                  Berlin, den 2. Juni 2007, 22:29 Uhr

 
 
----------------------------Ende der E-Mail an Angela Merkel